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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 12 (1887) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
12 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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gelium von der Gnade Gottes in Christo Jesu. Während der Predigt mußte ich unwillkürlich an den fürstlichen Glaubenshelden denken, dessen irdische Hülle unter dem Mar dieser Kirche ruht. Wenn er aufstehen und einen Blick in seine Kirche thun könnte, dachte ich, wie würde er sich freuen, so viele Kinder Israels in seiner Kirche zu sehen, welche gekommen sind, das Evangelium aus dem Munde eines Predigers zu hören, der selbst einst ein Feind des Evangeliums gewesen ist! Dieser Gedanke wirkte überwältigend auf mich und begeisterte wich. (Ebr. 12, 1.) Die meisten Juden verhielten sich ruhig und anständig und folgten meinen Worten mit gespannter Aufmerksamkeit. Nur der jüdische Pöbel und einige unwissende Talmudschüler suchten durch gewaltsames Eindringen in das Innere der Kirche eine Störung zu verursachen, so daß ich zweimal innehalten mußte, um die Ruhestörer am Portal der Kirche zur Ruhe und Ordnung zu ermahnen. Sonst wurde ich kein einziges Mal unterbrochen. Ich wollte anfangs alle alttestamentlichen messianischen Stellen, Weissagungen und Verheißungen im hebräischen Gründtext anführen, was auf die jüdischen Zuhörer einen viel größeren Eindruck gemacht hätte, aber aus Rücksicht auf die Christen, welche in der Kirche waren, that ich es nicht. Meine Missionspredigt schloß mit einer kräftigen Ermahnung, die ich aus folgenden Stellen der heiligen Schrift schöpfte und mit besonderem Nachdruck meinen jüdischen Zuhörern an das Herz legte: „Ich werde gesucht von denen, die nicht nach mir fragten; ich werde gefunden von denen, die mich nicht suchten; und zu den Heiden, die meinen Namen nicht anriefen, sage ich: Hier bin ich, hier bin ich! Denn ich recke meine Hände aus den ganzen Tag zu einem ungehorsamen Volk, das seinen Gedanken nachwandelt auf einem Wege, der nicht gut ist." (Jes. 65, 1. 2.) „Und er sprach zu mir: Du Menschenkind! Ich sende dich zu den Kindern Israel, zu dem abtrünnigen Volk, so von mir abtrünnig geworden sind. Sie samt ihren Vätern haben bis auf diesen heutigen Tag wider mich gethan. Aber die Kinder, zu welchen ich dich sende, haben harte Köpfe und verstockte Herzen. Zu denen sollst du sagen: So spricht der Herr Herr: Sie gehorchen oder lassen es. Es ist wohl ein ungehorsames Haus; dennoch sollen sie wissen, daß ein Prophet unter ihnen ist." (Hesek. 2, 3—5.) „Darum sage ich euch: das Reich Gottes wird von euch genommen und den Heiden gegeben werden, die seine Früchte bringen." (Matth. 21, 43.) „Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde, um euretwillen; nach der Erwählung aber Geliebte, um der Väter willen." (Röm. 11,. 28.) „Denn du, o Haus Juda, und du, o Haus Israel, wie ihr zuvor

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