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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 10 (1887) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
10 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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78 biet eine eigene Litteratur. So hat z. B. der gelehrte Grynäus in lateinischer Sprache eine Sammlung der letzten Worte von Sterbenden herausgegeben: „Apothegmata morientium“. Auch der Engländer Josef Kaims hat „Last words of eminent persons“ geschrieben. Außer dieser Arbeit führt Feodor Wehl in seinem Buch „Der Rühm im Sterben" eine ältere englische Schrift (die Hauptquelle von Kaims) an, die betitelt ist: „The book of death“. Jene Wehl'sche Schrift erschien 1886 im Hamburg (Verlag von I. F. Richter, 416 S. gr. 8°) mit der näheren Bezeichnung: „Ein Beitrag zur Legende des Todes". Der Verfasser, der lange Zeit artistischer Beirat und Direktor, dann Intendant am Hoftheater zu Stuttgart war und früher schon eine Schilderung dieser 15 Jahre seines Lebens, sowie einen Beitrag zur Litteraturgeschichte unserer Zeit „Das junge Deutschland" veröffentlicht hat, läßt uns hier an die Sterbelager von Denkern, Dichtern, Künstlern, Staatsmännern, Feldherren, Herrschern und endlich einer Reihe von Frauen treten. Manche Schilderungen wirken höchst ergreifend. Aber es ist nicht immer der Stab des göttlichen Wortes, auf den sich die von dem Leibe scheidende Seele lehnt. Manchmal erfüllt uns die Erzählung mit tiefem Bedauern, ja mit Entsetzen. Wir rufen aus: „Wer so stirbt, stirbt schrecklich!" In der bei C. Dülfer in Breslau kürzlich erschienenen kleinen Schrift: „Der einige Trost im Sterben" (24 S. 16°. 15 Pfg.) ist der Kreis der Darstellung viel enger gezogen als bei Wehl. Sie weist im ganzen nur 26 Nummern auf. Und dann handelt es sich hier nur um solche Personen, die im christlichen Glauben gestorben sind. Zur Förderung der Kenntnis des letzteren ist jener Traktat herausgegeben worden. Er soll darthun, wie die Vereinigung mit Jesu, dem Sohne Gottes, dem Erlöser der Sünder, die Schrecken des Todes verscheucht und selig sterben läßt. Was die Anordnung des aus den besten Quellen geschöpften Stoffes betrifft, so ist hier nicht die alphabetische, wie bei Kaims, oder die sachliche, wie bei Wehl, sondern die chronologische angewandt worden. So folgen auf einander: Polykarp, Bernhard v. Clairveaux, Kaspar Tauber, Johann Chastellain, Leonhard Kaiser, Zwingli, Luther, Juana la Loca, Hernandez, Johanna Gray, Vigilantis Curione, Melanchthon, Calvin, Knox, Friedrich der Fromme, Ursin, Olevian, Dan. Tossanus, Junius, Ludwig d. Ä. von Sayn, Menso Alting, Paul Gerhardt und vier Ungenannte. Im Anhang des Schriftcheus findet man die Luther'sche Bearbeitung und Erweiterung des mittelalterlichen, vielleicht von Notker dem Älteren (f 912 zu St. Gallen) herrührenden Liedes: „Media vita in morte sumus“ und die erste Frage und Antwort des Heidelberger Katechismus.

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