Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 10 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554928-2554939--08642-2564689- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
76 diger Zug sein leidendes Angesicht und er stammelte: „Ja, ein armer Sünder, der nur auf Deine Gnade sich verläßt." Nach einem schweren Todeskampfe entschlief der von den Seinigen herzlich geliebte und von vielen anderen aufrichtig verehrte Mann am Vormittage des 19. November im Alter von 85 Jahren 5 Monaten und 16 Tagen. Drei Tage darauf fand das Begräbnis statt. Bei der Feierlichkeit im Hause hielt Pastor Becker, der. Nachfolger von Pastor de le Roi, eine das Leben und Wirken des Entschlafenen schildernde Ansprache und ein Gebet, in welchem Gott dem Herrn der schuldige Dank für allen dem Heimgegangenen und durch ihn anderen geschenkten Segen dargebracht und Trost für die trauernden Hinterbliebenen erfleht wurde. Die Rede am Grabe auf dem schönen Bernhardin-Kirchhofe zu Rothkretscham wurde von Diakonus Jacob von der Bernhardin-Gemeinde, zu welcher der Entschlafene gehörte, gehalten. Anknüpfend an die letzte Zeile des auf dem Friedhof gesungenen Verses: „Ach Herr, laß Dein lieb' Engelein rc.", welche lautet: „Ich will dich preisen ewiglich", führte der Geistliche aus, wie der Heimgegangene in seinem Leben und Wirken, im Amt und Haus, in der Jugend und im Alter nur gesucht hat, den Herrn Jesum, seinen Heiland, mit Wort und That zu preisen und zu verherrlichen, den er nun ohne Aufhören im Himmel preise. Mit der Begräbnis-Liturgie und dem Gesänge des Verses: „So ruhe wohl" endete die Trauerfeierlichkeit, die ein so reich bewegtes und begnadetes Leben hier auf Erden abschloß. Wir sind gewiß, daß an Hartmann sich erfüllt hat und erfüllen wird das Wort, über das im Trauerhause geredet wurde: „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit und ihre Werke folgen ihnen nach." « Altes und Ueues über Kabinonütsch. Josef Rabinowitsch ist geboren in Kezina in Bessarabien am 23. SeMmber 1837. Er war das erste Kind und der einzige Sohn seiner Eltern. Seim Vater machte ihn früh mit der Sekte der Chassidim bekannt. Bei der Beschäftigung mit den Schriften der Rabbiner fühlte sich der Knabe von Raschis (Salomo-Ben- Jarchis) Erklärungen des Hohenliedes angezogen. 18 Jahre alt, verheiratete sich Rabinowitsch und ließ sich in der kleinen Stadt Orgejew nieder. Neben dem Talmud wurden jetzt auch die Werke von Mendelssohn und Levinsohn studiert, die ihm manche frei-