Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 9 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Kinder und 46 Mütter, 25 waren jüdischen Bekenntnisses. Das Johanniterhospiz besuchten 126 Gäste. Im Aussätzigenasyl -Jesushilfe suchten 22 Personen Zuflucht. Am 24. April 1887 konnte diese Anstalt ihren Neubau am Nordrand der Ebene Rephaim einweihen. Seither hat sich die Zahl der Pfleglinge auf 24 erhöht. Außer den Hauseltern sorgen 3 Schwestern aus der Brüdergemeinde für die Aussätzigen. 2. Am 17. Mai d. I., einem Dienstag, hielt der neugewählte englisch-evangelische Bischof Blyth seinen Einzug. Schon in Kolonia wurde er von einer nach Hunderten zählenden Volksmenge begrüßt, die ihm eine Stunde weit entgegengekommen war. Außer der englischen Gemeinde hatten sich der deutsche Pfarrer, 1 Vertreter der armenischen und je 2 der griechischen und römischen Kirche hier eingefunden. Ferner waren, leider mit Ausnahme des deutschen, Abgeordnete aller Konsulate erschienen. Auf den von den Kindern der Judenmissionsschulen vorgetragenen Gesang und die Ansprache des Predigers Kelk antwortete der Bischof mit Worten des Dankes. Nach einem Aufenthalt von einer Stunde, während dessen man auch dem Reisenden und seinen Begleitern im Schatten eines großen Zeltes einige Erfrischungen darbot, setzte sich der stattliche Zug in Bewegung. Voran ritten, je 2 und 2, die 21 Kavassen der Konsuln in ihren malerischen Gewändern und mit ihren silberbeschlagenen, im Sonnenlicht glänzenden Stäben. Dann folgte der Wagen des Bischofs. Hieran schloß sich die lange Reihe der übrigen Wagen an. Endlich kamen die zahlreichen Reiter zu Pferde und zu Esel. Auf der letzten Höhe vor Jerusalem wurde noch einmal Halt gemacht. Hier, hatten sich die Zöglinge des englisch-kirchlichen Waisenhauses, die Mädchen der Tagesschule und die Jünglinge der Präparandenanstalt aufgestellt. Zuerst sangen die Kinder, dann die jungen Männer ihrem neuen Oberhirten einen Willkommensgruß. Außerdem wurden 2 Ansprachen an denselben gerichtet. Der Bischof drückte seine innige Dankbarkeit für den herzlichen Empfang aus und zog nun in die heilige Stadt ein. Nach seiner Ankunft in Jerusalem begab er sich sofort in die Christuskirche auf dem Berge Zion, um dort zu beten. Hierauf betrat er das Haus des Herrn Kelk, dessen Gast er während der nächsten Zeit sein sollte. 2 Tage später — es war der Himmelfahrtstag — fand in der Christuskirche seine Einführung in sein neues Amt statt, bei welcher Herr Kelk predigte. Am folgenden Sonntag, den 22. Mai, konfirmierte der Bischof 2 Jünglinge in der Christuskirche und hielt die Morgenpredigt. — Er ist nun inzwischen wieder nach England zurückgekehrt, um im Herbst mit seiner Familie ganz nach Jerusalem überzusiedeln.