Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 9 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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71 Die Rückkehr der Juden nach Spanien. Im vergangenen Winter hat sich in Madrid ein Komitee gebildet, welches die Einwanderung der Israeliten nach Spanien fördern will. Das „Berliner Tageblatt" veröffentlicht folgende ihm von dort zugegangene Zuschrift über die spanisch-jüdischen Kolonisationspläne: „Seitdem die Juden im 15. Jahrhundert aus diesem Lande vertrieben worden sind, ist eine Wiedereinwanderung derselben, trotz der von Prim, Serrano und zuletzt von Sagasta im Jahre 1881 in dieser Hinsicht geschehenen Schritte, bis auf geringe Ausnahmen, nicht erfolgt. Die Zustände Spaniens, in Verbindung mit dem fanatischen Geiste des ungebildeten niederen Klerus, gewährten noch zu geringe Bürgschaft gegen eine Wiederholung ähnlicher Vorkommnisse, von denen die Geschichte des 15. Jahrhunderts trauriges Zeugnis ablegt. Seitdem ist jedoch nichts vorgefallen, was diesen Befürchtungen irgendwie Nahrung geben könnte. Den auf spanischem Boden lebenden Israeliten ist gleich ihren protestantischen Mitbürgern die freie Religionsübung gewährleistet, die bisher auch durch kein auffälliges Faktum eine Störung erfahren hat. Die anfänglich nur auf die rumänischen Juden spanischer Abstammung berechnete Einwanderung ist nunmehr auch auf die polnischen und russischen Juden ausgedehnt worden. Das Komitee aber warnt vor einer Masseneinwanderung, namentlich in der ersten Zeit und wünscht hauptsächlich den Zuzug arbeitsfähiger Personen, die im Besitz einiger Mittel sind. Für ärmere Klassen wird die Niederlassung auf Kuba projektiert und vorbereitet werden. Um jeder Überstürzung und den bei ähnlichen Anlässen vorgekommenen verderblichen Folgen vorzubeugeu, sind geeignete Maßregeln bereits ergriffen worden, und auch in Berlin soll demnächst ein Zweig-Komitee zustande kommen, dem die Hauptaufgabe — Prüfung und Auswahl des Einwanderungsmaterials — zufallen wird. Das Komitee setzt sich wie folgt zusammen: Den Vorstand bilden Bankier Henry Guedalla, London, als Ehrenpräsident; Don Jsidoro Lupez Lapuya, Präsident; Bankier Jonas, Vice-Präsident, und Don Sebastians Perdiguero, Schatzmeister. Als Beisitzer figurieren: Don Juan Una, ehemaliger Generaldirektor des Unterrichtswesens und gegenwärtiges Mitglied des obersten Unterrichtsrates und Cortesabgeordneter; Don Juan Rospide, Inspektor des Finanzwesens; Gustav Bentfeldt, Professor des Atenco; Troullioud, Professor des Atenco; Caballero de Noga, Advokat und Generalsekretär der Großloge; Ricardo Bertram, Advokat und Chefredakteur des „Boletin de las Cameras de Comerico"; Jose Valero, Lizentiat der Philosophie, und Redakteur Gonzalo Reparaz, Mitglied der Geographischen Gesellschaft."