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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 9 (1887) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
9 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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68 wohnlich einzurichten. Zu gleicher Zeit mußte aber die Arbeit im Felde in Angriff genommen werden. Um die Felder zu bestellen und die Bauten aufzurichten, mußten Arbeiter gemietet werden. Unsere Proselyten griffen freudig mit an, je nachdem die physischen Kräfte es ihnen erlaubten, und lernten mit Spaten, Hacke, Pflug und Egge, mit Pferden und Hornvieh umgehen. Mit einer gewissen Furcht gedachte ich der lieben Leute, die in der aufopferndsten Weise in diese schwierige Arbeit hinein getreten waren. Namentlich fürchtete ich, daß Krankheit, sonderlich das hiesige Fieber, sie niederwerfen würde. Doch der treue Herr hat unsere Gebete gnädig erhört, denn gerade in der schwierigen Anfangszeit, wo die Gefahr der Erkrankungen am größten war, sind alle gesund geblieben. Später erst, wo man aus dem Allerschwersten heraus und günstige Witterung schon längere Zeit eingetreten war, kamen einige Erkrankungen vor, die aber, Gott sei Dank, vorübergehend waren. In all den Arbeiten und Mühen ließ der Herr Ströme des Friedens und Segens sich ergießen in die Herzen der Insassen, wenn sie zu gemeinschaftlichen Andachten sich versammelten, dem Herrn Loblieder sangen und mit markigen Worten aus der Schrift unterwiesen und erbaut wurden. Die gemeinschaftlichen Mahlzeiten bestehen aus recht einfacher Bauernkost. Auf der ganz öden Steppe ist nun inzwischen an Baulichkeiten aufgerichtet: 1) ein Wohnhaus für unsere Proselyten, so daß der Raum, in welchem dieselben jämmerlich zusammengepfercht waren, zu einer Küche umgestaltet ist und ein Teil desselben zur Tischlerwerkstatt benutzt wird, 2) ein geräumiger Keller mit hohem Oberbau, dessen einer Teil als Wagenremise, dessen anderer Teil für Geflügel verwendet wird, 3) ein Stall für Pferde und Rinder mit einer Wohnung für einen Knecht, 4) eine kleine Pferdemühle. Außerdem ist ein angefangenes Wohnhaus mit seinen Baumstämmen für die Wände und den Dachstuhl vorhanden. Wir bauen teils mit Lehmbatzen, die tüchtig mit kurzem Stroh untermengt werden und recht warme Wände geben, oder mit Flechtwerk. Es stellt sich aber heraus, daß die erste Art billiger und besser ist. Die Felder sind, soweit Witterung und Kräfte es gestatteten, zubereitet worden. Die Ernte war in der ganzen Umgegend eine mangelhafte, doch müssen wir Gott danken, daß wenigstens Welschkorn und Kartoffeln bei uns ziemlich geraten sind, so daß wir teilweise Nahrung und Aussaat haben. Auch ein Gemüsegarten wurde angelegt und das ganze Areal mit einem Graben und einer Schanze von 300 Faden, gleich 2100 Fuß, umgeben. Ferner wurde es uns durch die gütige Beihilfe des Herrn Stapelberg in Odessa möglich, einen Obstgarten anzulegen, auch einige Tausend Waldbäume und Beerensträucher zu setzen. Da zu einem solchen

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