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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 9 (1887) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
9 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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mit diesen armen Leuten thun sollten. Der Gedanke, unter christlicher Zucht und Arbeit sie zum Christentum und zu einem ordentlichen Erwerb auszubilden, war schon früher zuweilen in meinen Sinn gekommen, aber ich schreckte immer vor der Unausführbarkeit einer solchen Sache zurück. Der Herr hat uns hierin gnädig geholfen. Einige Leute aus meiner Filialgemeinde Strembeni baten mich, daß ich ihnen bei der Pachtung eines angrenzenden Landstückes, welches Klostereigentum ist, behilflich sein möchte. Gern ging ich auf ihre Bitte ein, und konnte ihnen in manchen Beziehungen nützlich sein. Ich sprach mit dem Schulzen über die Schwierigkeit der Versorgung der Taufbewerber und der Proselyten, und daß ich, wenn ich Personen fände, die sich für diese wichtige Reichssache Gottes interessierten, es versuchen wolle, die Proselyten zur ländlichen Arbeit und somit zu einem gesicherten Broterwerb auszubilden. Meine Worte fanden eine recht freundliche Aufnahme: die Leute wollten gerne nach Kräften bei diesem schönen Werke behilflich sein. Nach reiflicher Untersuchung in festem Vertrauen zu der Beihilfe Gottes nahm ich auf 12 Jahre 100 Desjatinen in Pacht. Der Herr gab mir solche Personen, die freudig in diese schwierige Arbeit hineingehen und in hingebender aufopfernder Liebe dem Herrn sich zu Dienst stellen wollten. Die ländliche Arbeit und die Ausbildung der Proselyten zum Ackerbau übernahm der mir gut empfohlene Agronom Jungmeyer, die geistliche Pflege mein gegenwärtiger Adjunkt, der von dort aus die Diasporagemeinde zu besorgen hat. Im April v. I. wurde die Übersiedelung mit den sieben jungen Leuten aus Israel und zwei Familien, welche letztere ein Unterkommen in der Kolonie Strembeni fanden, vollzogen. Der Weg ist hier im Frühjahr sehr schwer zu passieren, denn wir haben keine Chausseen, wohl aber viel schwarze Erde und an manchen Orten recht viel Lehm, außerdem einige bedeutende Berge zu übersteigen. Die erforderlichen Vorbereitungen wurden gemacht, die unumgänglichen Sachen eingepackt, und so machte man sich auf den Weg. An Ort und Stelle angekommen, fanden die Leute in einer Lehmhütte von vier kleinen Räumen ihren Unterschlupf. In dem größten Raum wurden unsere Proselyten untergebracht, die sich aus Brettern Schlafstellen zimmerten. Es war gut, daß unter ihnen sich ein Tischler und ein Stellmacher befanden, die mit geschickter Hand sich an die Arbeit machten. Zwei andere kleine Räume nahmen mein Adjunkt und der Agronom Jungmeyer ein. In dem vierten kleinen Raum, der zugleich die gemeinschaftliche Speisestube darstellte, wohnte unsere wackere Haushälterin, Frau Katty, eine treue, fleißigeWitwe, die der Herr uns zugeführt hat. Bei ziemlich günstiger Witterung versuchte man sich einigermaßen

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