Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 9 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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zeigte ihnen aus Talmud, Midrasch und Sohar, daß schon Moses von dem Messias spreche, daß dieser und Gott selbst eins seien, daß er von Gott vor aller Zeit zum Könige eingesetzt sei, daß er die mosaische Offenbarung, die Erzväter, ja die Erzengel überrage. Die von Rabinowitsch erbetenen und übersandten Schriften wurden von dem Empfänger zum teil unter den für das Christentum empfänglichen Juden in Sibirien verbreitet und verstärkten den Eindruck seiner mündlichen Belehrungen. In einem, solcher Büchersendung beigefügten Geleitschreiben sagt Scheinmann u. a.: „Gedenkt an das Wort der Propheten: Ich habe meine Gerechtigkeit nahe gebracht, sie ist nicht ferne, nämlich die ewige Gerechtigkeit in Jesu, dem Messias! Auf denn, sorget dafür, daß der Rest Jakobs sich bekehre zu dem starken Gott, d. i. dem Messias, welcher Wunderbar, Berater, starker Gott heißt, damit die Gerechtigkeit des Glaubens an ihn das Israel drohende Verderben hinwegschwemme! Stehet auf, salbet den Schild, redet Euren Gemeinden zum Herzen, rüttelt sie auf aus nahezu 2000jährigem Schlaf, so wird schon jetzt der Sabbat anbrechen, den Rabbi Gamaliel in die zukünftige Welt verlegt." Scheinmann kennt bereits einen Rabbiner und andere Personen, welche diese Mahnung befolgen. Auch in Kalawan bei Tomsk missionierte der Verbannte, der selber 2 Flugblätter schrieb, um Israel das einzige Hilfsmittel für sein Elend anzubieten. „Die Blutschuld unserer Väter", sagt er in dem einen, „welche den Messias Gottes gekreuzigt haben, lastet auf uns. Nur reumütiger Glaube an den Eingeborenen Gottes, das Gotteslamm, dessen Wunden aller Welt Heilung geworden, kann uns entlasten". „Nehmet das Neue Testament zur Hand", fordert er in dem andern, „die wahrhaftige Thora, welche Jesus, unser Herr, Gottes Sohn, uns gelehrt hat, und vertieft Euch darein Tag und Nacht!" Hoffentlich werden wir bald wieder von diesem „Eisaufbruch in Sibirien" hören. Jahresbericht von Pastor Faltin in Kifchinew. (Schluß.) Das andere, indirekte Resultat der hiesigen Bewegung ist unser Landasyl in Oneschti. Von nah und fern kommen Juden hierher, oft der Meinung, daß hier unter der Leitung von Herrn Rabinowitsch eine geordnete judenchristliche Gemeinde sich befinde, an welche sie sich anschließen und in der sie ihre Existenz haben können. Ihre Lage ist nun oft eine höchst verzweifelte. Für jüdische Lehrer, Handlungsdiener rc. können wir kein Unterkommen finden. In unserer Not flehten wir zu dem Herrn, was wir doch