Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 8 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Mil. von Wornays Ansprache an die Juden. Die Überschrift des ersten Kapitels der Ansprache, deren Einleitung im vorigen Jahrgang der „D. E." (Nr. 6) mitgeteilt wurde, lautet: „Daß der verheißene Messias und sein Reich geistlicher Art sein sollten." Der Gedankengang ist folgender: Die Nachkommen Adams sind dem durch ihn in die menschliche Natur eingeführten Sündenverderben unterworfen, besten Größe allein Gottes Geist erkennen lehrt. Den Frommen ist dasselbe nach Rabbi Moses Hadarsan wie ein Berg, den Gottlosen wie ein Haar. Gottes Erbarmen eröffnet einen Weg zur Rettung. Gott verheißt 1) daß ein Weibessame.der Schlange den Kopf zertreten solle (1. Mose 3). Hiervon sagt der berühmte Moses Maimonides: „Der Tod, welcher dem Adam angedroht wird, falls er das Gesetz breche, ist der geistliche Tod der Seele, die von der Sünde vergiftet wird. Diese Sünde ist das Gift der Schlange, die bei der Ankunft des Messias ein Ende nehmen soll." Ebenso äußert sich der Targum von Jerusalem: „O Schlange, solange die Kinder dem Gesetz des Weibes folgen, töten sie dich. Wenn sie es verlassen, stichst du sie in die Ferse und kannst ihnen großen Schaden zufügen. Nun, es ist keine Arzenei zu deiner Bosheit zu finden, aber sie haben eine gewiffe und schleunige Hilfe, weil sie am Ende der Tage dir durch ihren König, den Messias, den Kopf zerknirschen werden." Und Moses Hadarsan (Bereschith Rabba) sagt: „Die Erbsünde hat viele Geschlechter verdorben . . aber wenn der Messias kommt, wird er anfangen sie zu vernichten." Also sollte der Messias ein geistlicher König sein und von der Sünde und dem ewigen Tode befreien. Das bezeugt auch 2) die dem Abraham gegebene Weissagung (1. Mose 21), die seinem Sohn (Kap. 26) und Enkel (28 u. 49) wiederholt wurde. Was hätte sie sonst den Erzvätern geholfen? Der Schiloh, von welchem Jakob zu Juda redet, und in dem Kimchi, das Targum des Onkelos, das von Jerusalem, der Talmud und Jarchi den Messias erkennen, soll erscheinen, wenn jener Stamm alle äußerliche Herrlichkeit verliert. Er wird ein Reich der Gnade errichten. Darauf setzt auch Jakob (1. Mose 49, 18) seine Hoffnung, wie Onkelos und das Targum von Jerusalem zugeben: „Unser° Vater Jakob spricht: Ich warte nicht auf die Erlösung von dem Sohne Joas, Gideon, die nur zeitlich ist, auch nicht auf die Errettung von Simson, welche vergänglich ist, sondern ich warte auf die Erlösung des Messias, eines Sohnes Davids, der da kommen wird» die Kinder Israel zu sich zu leiten, und meine Seele hat Verlangen und Zuversicht zu seiner Erlösung." 3) Über Bileams Weissagung (4. Mose 24, 7 u. 17) lesen wir im Targum von Jerusalem: „Der König, welcher unter