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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 8 (1887) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
8 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Diese Stellung, zu welcher er durch seine große Bescheidenheit und Herzensgüte in besonderem Maße befähigt war, füllte er viele Jahre hindurch voll und ganz zum Segen für die Mission wie für seine Mitarbeiter aus. Mit immer gleichbleibender Freundlichkeit und Liebe wußte er alle entstehenden Schwierigkeiten zu beseitigen, in allen Nöten zu raten und zu helfen und besonders auch den Missionarswitwen in ihrer Trübsal zur Seite zu stehen. Mit dem zunehmenden Alter war er allen ein väterlicher Freund geworden. Mit gleicher Liebe nahm er sich der armen Proselyten an, die er unterrichtet und getauft hatte, indem er nicht bloß die Mittel beschaffte, sie zu unterstützen, sondern vielen eine feste und gesicherte Existenz gründete. Da war kein Weg zu weit, keine Demütigung zu schwer, keine Mühsal zu groß, wenn es sich darum handelte, Hilfe zu schaff^. Wohl schien es manchmal, als ob unter der Last der Arbeit und unter dem Druck der amtlichen und der vielen häuslichen Sorgen seine körperliche Kraft zusammenbrechen müßte, aber immer wieder richtete ihn Gott der Herr auf, in dem er lebte, und der ihn wunderbar stärkte. Was anderen eine Anstrengung war, die Missionsreisen, das war ihm eine Erholung. Oft trat er müde und matt solche Reise an, und frisch und verjüngt kehrte er zurück, obgleich diese Reisen, besonders in Ungarn und Galizien, meist sehr beschwerlich und mit vielen Entsagungen verbunden waren. Auch als er 1866 sich sofort zur Aushilfe auf dem Kriegsschauplatz zur Verfügung gestellt und Tag und Nacht ohne jegliche Schonung in den Lazaretten Dienste geleistet hatte, kam er neu gekräftigt heim. Mit besonderer Liebe aber machte er die ihm vom Komitee vertrauensvoll aufgetragenen Reisen nach Warschau, die außerordentlich viel Vorsicht und Umsicht erforderten, um die noch von früher bestehenden und neu angeknüpften Verbindungen zu erhalten und zu pflegen. Denn von der Missionsgesellschaft in London war die Hoffnung nicht aufgegeben worden, die früher so gesegnete und so plötzlich vernichtete Mission in Russisch-Polen aufs neue ins Leben zu rufen. Sie scheute auch die größten Anstrengungen nicht, alle entgegenstehenden Hindernisse zu beseitigen. Es war, als ob Hartmann ahnte, daß er dazu berufen werden würde, die Neubegründung der Mission daselbst zu leiten, die ihm im Jahre 1876 übertragen wurde. (Fortsetzung folgt.)

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