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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 8 (1887) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
8 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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60 Hartmann bald reichen Ersatz erhalten. Die überaus gesegnete Mission in Russisch-Polen, die 33 Jahre hindurch bestanden hatte und dort tiefe Wurzeln geschlagen hatte, wurde plötzlich Ende des Jahres 1854 durch ein Dekret des Kaisers Nicolaus, welches protestantische Feinde der Mission veranlaßt hatten, unter dem Vorwände, daß der zwischen Rußland und den Westmächten, also auch England, entstandene Krimkrieg dies erfordere, aufgelöst, so daß die Missionare der Londoner Gesellschaft, obgleich sie Deutsche waren, das Land binnen kürzester Zeit verlassen mußten. Das waren für die treuen und langerprobten Arbeiter unter den Juden in Polen schwere Tage der Prüfung, und der Wschied war ein thränenreicher nicht bloß auf seiten der Missionare, sondern auch derer, die sie zurückließen, sowohl ihrer vielen Freunde, als auch der Proselyten und vieler Juden. Von diesen Missionaren wurden zwei, Lange und Zuckertort, in Breslau stationiert. Besonders der erstere befreundete sich mit Hartmann auf das engste und blieb bis an seinen Tod mit ihm innig verbunden. Missionar Lange trat auch bald in die Mitarbeit bei der Herausgabe der Dibre Emeth ein und wurde auch ein treuer und gesegneter Mitzeuge auf der Kanzel, da das Königliche Konsistorium ihm die Erlaubnis zu predigen erteilt hatte, obwohl er der altlutherischen Kirche angehörte und keine Examina in Preußen gemacht hatte. Beide Missionare hielten daran fest, daß nur Texte aus dem Alten Testament ihren Predigten zu Grunde gelegt wurden, und daß ihre Gottesdienste die Aufgabe hatten, das Verständnis desselben zu fördern, und zugleich die Pflicht und die Notwendigkeit darzuthun, Mission unter dem Volke Israel zu treiben. So sammelten sie eine feste Gemeinde ernster Christen um sich, die ein Herz und reges Interesse für ihre Arbeit hatten und mit ihren Gebeten und Gaben die Mission unterstützten. Da mit der Zeit die Station wichtiger würde, und noch mehrere Missionare, erst Romann, dann die Prediger Behrens, Händler, Lotka n. a., ihren Wohnsitz in Breslau fest oder zeitweise erhielten, so wurde auch das Arbeitsfeld immer weiter ausgedehnt, und außer Schlesien besonders Galizien, Ungarn und Wien von den Missionaren besucht. In Wien, Lemberg und Krakau wurden allmählich besondere Stationen errichtet, die aber noch lange Zeit mit Breslau in Verbindung blieben und dort, ihren Centralpunkt hatten. Die Missionare aller dieser Stationen verehrten in Hartmann nicht bloß ihren erfahrenen Mitarbeiter und treuen Freund, sondern auch den brüderlichen Leiter der Mission (head of the mission), wozu ihn die Gesellschaft in London ernannt hatte.

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