Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 7 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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gießung des heiligen Geistes geben, daß es im Vergleich mit dem gegenwärtigen Zustand der Kirche Christi so sein wird, wie wenn -ie Toten zum Leben kämen. — Der Antrag des Bischofs wurde von dem Parlamentsmitgliede Johnston unterstützt und einstimmig zum Beschluß erhoben. Den zweiten Antrag stellte Prediger Dr. Bell. Er lautet: „Indem diese Versammlung die außerordentliche Bedeutung des heiligen Landes als eines Missionsfeldes und die Bedürfnisse der dort lebenden 40,000 Juden ins Auge faßt, wünscht sie die Mission in Jerusalem verstärkt und die in Galiläa entfaltet zu sehen. Sie hofft bestimmt, in diesem Jubiläumsjahr der Königin 3000 Pfd. Sterling zur Erreichung des letzteren Zweckes aufzubringen." Aus der Begründung des Antrages sei folgendes angeführt: In Jerusalem leben gegenwärtig 22 000 Juden, die zum teil durch Verfolgungen oder durch die Liebe zum Land ihrer Väter oder durch den Wunsch, hier zu sterben und im Thal Josaphat begraben zu werden, nach Palästina getrieben wurden. Wunderbar war Israels Vergangenheit; merkwürdig ist seine Geschichte auch in der Gegenwart. Unter allem Druck ist es nur gewachsen. Es gleicht dem Busch, der mit Feuer brannte, aber nicht verzehrt wurde. Es steht unter Gottes Gericht wie Kain, denn eines Bruders Blut schreit wider Israel von der Erde. Und doch ist das Volk jetzt so zahlreich wie in seiner glücklichsten Zeit, unter König Salomo. Gott erhält es eben für eine überaus merkwürdige und wunder-' bare Zukunst. Aber unter dem ungläubigen Israel der Gegenwart ist immer noch ein gläubiger Rest gemäß der Wahl der Gnade. Er kommt zu dem guten Hirten, den die Mission verkündigt. Zu diesem Rest gehörte jener Israelit, der vor vielen Jahren sich daran machte, das Neue Testament aus dem Griechischen ins Hebräische zu übersetzen, um das Christentum zu widerlegen, aber durch Gottes Gnade von der Wahrheit desselben überzeugt wurde. Sein Manuskript fand Or. Claudius Buchanan im Jahre 1815 in Travancore. Es hat als die Grundlage für die von der Londoner Gesellschaft gebrauchte Übersetzung gedient. Ein anderes Beispiel ist der Dragoman, welcher Or. Bell bei seinem Aufenthalt in Palästina begleitete. Dieser Sohn eines ungarischen Rabbiners wurde von seiner Familie verstoßen, weil er das Christentum angenommen hatte. . Er war ein ernster Mann, der die Bibel im Herzen trug. Mit Begeisterung erzählte er von den Missionspredigten, die Missionar Barclay einst an jedem Sonnabendnachmittag auf dem Berge Zion vor Juden hielt, welche ihn mit Steinen bewarfen und verhöhnten, und wie die ganze Stadt in Bewegung kam, als er sein Amt niederlegte, und bis Kolonia, das manche