Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 7 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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way, der Präsident der" Gesellschaft, Mitglied des Parlaments, das Wort, um vor allem der Dankbarkeit für den wiederum erfahrenen göttlichen Segen Ausdruck zu geben. Weiter gedachte er der mancherlei Sorgen, welche die Leitung des großen Werkes mit sich bringt, erzählte von einer bald nach dem letzten Jahresfest stattgefundenen Zusammenkunft mit Missionsfreunden aus Irland, durch welche eine Visitation der Missionsstationen in Europa angeregt wurde, und ging hierauf zur Besprechung einer kürzlich erschienenen Lebensbeschreibung seines Vorgängers im Präsidium, des Grafen von Shaftesbury, über. Der letztere, der 40 Jahre lang bei den Jahresversammlungen der Londoner Judenmissionsgesellschaft den Vorsitz führte, war gewissermaßen der Vater des evangelischen Bistums in Jerusalem. Sir Kennaway schilderte daher im Anschluß an die Mitteilungen aus jenem Buch die Vorgänge bei der Wiederbesetzung des so wichtigen Missionspostens. Der neuernannte Bischof Blyth scheint der rechte Mann für Jerusalem zu sein. Endlich redete der Präsident eindringlich von der Bedeutung und dem rechten Betrieb der christlichen Liebesarbeit an den Israeliten, die er als das größte Wunder der Welt, als ein Zeugnis für die Wahrheit des Wortes Gottes, als einen Beweis für die Erfüllung seiner Verheißungen und Drohungen bezeichnete. Nun trat der Bischof von London auf, um die Annahme, den Druck und die Verbreitung des Jahresberichts sowie die Erlassung folgender Erklärung zu beantragen: „Die gegenwärtige Versammlung, ermutigt durch den Erfolg, welcher die Predigt des Evangeliums vor den Juden in Europa, Asien und Afrika begleitet hat, und durch die in der heiligen Schrift gegebenen Versicherungen, fühlt, daß es die Pflicht jedes Christen ist, sich immer mehr zu bemühen, das Christentum unter ihnen zuverbreiten." In seiner weitern Rede hob der Bischof hervor, daß dank den Bemühungen der Londoner Gesellschaft die hebräische Bibel den Juden jetzt viel eher zugänglich sei als am Anfang des Jahrhunderts. Er sieht hierin eine der Ursachen, weshalb auf jener Seite die Heftigkeit der Vorurteile gegen das Christentum allmählich sich vermindert, dagegen die Bereitwilligkeit zu hören und das Verlangen zu verstehen zugenommen hat. Wenn der Fortschritt in der Bekehrung Israels ein langsamer ist, so beruht dies seines Erachtens teils auf der geringen Anzahl der Missionsarbeiter, teils auf der Hartnäckigkeit, mit welcher die Juden ihre Religion bewahren und die der christlichen zuneigenden Kinder ihres Volkes anfeinden, teils auf einem göttlichen Ratschluß (Röm. 11, 25). Einst wird ganz Israel von dem Sauerteig des Evangeliums durchdrungen sein und damit das Signal zu einer solchen Aus-