Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 7 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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für Emmaus halten, mit ihm ging, um Abschied zu nehmen. Zehn Jahre später wurde Barclay zum Bischof für Jerusalem ernannt. Da freuten sich Juden, Griechen und Armenier, ihn wieder zu sehen, und sogar der alte Scheich der Omarmoschee begrüßte ihn freundlich und wünschte ihm den Segen Allahs. — Vor 50 Jahren machte die junge Königin Viktoria neben andern auch Moses Montefiore zum Ritter. Das war der erste englische Jude, der diese Würde empfing. Dies Jübiläumsjahr lenkt unsere Gedanken auf jenes Jubiläumsjahr hin, welches die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes eröffnet, wenn das Zeichen des Menschensohnes am Himmel gesehen und auch Israel mit uns jauchzen wird: „Hosianna, gelobet sei der da kommt im Namen des Herrn!" Der folgende Redner, Prediger Di-. Wilkinson, befürwortete die Annahme der Resolution. Er erwähnte u. a., daß die Juden manchmal bekennen, fie seien etwas beleidigt über das Vorhandensein einer Gesellschaft zu ihrer Bekehrung. Sie sagen: „Wir bilden keine Gesellschaft, um das Judentum unter den Christen auszubreiten. Warum bildet ihr eine, um das Christentum unter den Juden zu befördern?" Darauf antwortete W.: „Ich habe garnichts dagegen einzuwenden, daß ihr einen Verein zur Beförderung des Judentums unter den Christen bildet. Wir würden das als einen Beweis eurer Teilnahme an unserem Ergehen und eures guten Willens ansehen. Es würde auch zeigen, daß ihr glaubet, im Besitz der Wahrheit zu sein. Wir glauben, daß wir sie besitzen, und daß ihr es bedürft, in derselben unterrichtet zu werden. Wir bilden diese Gesellschaft, weil wir das glauben. Wir bemühen uns, eure Seelen zu retten und unter euch die frohe Botschaft des Heils zu verbreiten. Darum nehmet keinen Anstoß daran, daß wir einen solchen Verein haben!" In Birmingham, wo Wilkinson angestellt ist, besteht ein recht freundschaftliches Verhältnis zwischen Christen und Juden. Von den letzteren erschienen einmal 3—400, unter ihnen der Rabbiner, bei einem Judenmissionsgottesdienst. An einem Theeabend nahmen 150 teil. Israel ist seit seiner Zerstreuung aus dem eigenen Lande nicht imstande, den den Vorfahren vorgeschriebenen Gottesdienst zu feiern. Priester und Opfer, die wesentlichsten Stücke desselben, fehlen ihm. Wir haben in unserer Religion einen Priester: Jesum Christum (Hebräer 3, 1). Wir haben ein einmal dargebrachtes, vollkommenes Opfer. Dies Heil sollten wir mit allem Eifer auch den verlorenen Schafen vom Hause Israel bekannt machen. Noch sprachen zum Schluß Missionar Krönig, ein Proselyt, der vor 32 Jahren von der Finsternis zum Licht berufen wurde,