Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 7 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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soll, so scheint mir kaum irgend ein anderes Land so geeignet zu sein, als eben Rußland, wo die Juden ihre religiöse Eigenartigkeit, Sprache und Sitte sich erhalten haben. Hier sind sie noch nicht vom -modernen Heidentum des 19. Jahrhunderts überflutet, wie in vielen andern Landen. Die christliche Bewegung unter den Juden im südlichen Rußland, welche durch die von Herrn Profeffor Delitzsch verbreiteten Dokumente in aller Welt bekannt worden ist, geht ihren Men Gang weiter. Mit Dank gegen den barmherzigen Gott haben wir als Resultat jener Bewegung zu verzeichnen: 1) das israelitische Bethaus, in welchem Herr Joseph Rabinowitsch Gottesdienst hält, und 2) das Landasyl in Oneschti. Jenes Bethaus ist sonderlich darum von großer Bedeutung, weil es das einzige in ganz Rußland ist, wo an jedem Sonnabend in einer den Juden verständlichen Sprache Christus, der Sohn Gottes, der Sünderheiland, verkündigt wird. Herr Rabinowitsch, welcher die Vorträge hält, besitzt bedeutende Rednergaben und wirkt anregend auf seine Zuhörer. Sein Gesuch an das Ministerium, in welchem er um Erlaubnis bittet, das geistliche Amt in der zu gründenden Gemeinde zu führen, ist bisher noch unbeantwortet geblieben. Er hofft von einer bejahenden Antwort einen guten Erfolg, bezüglich Gemeindegründung. Mir scheint es wichtig» wenn es nicht nur ihm gestattet würde, in Kischinew zu predigen, sondern auch noch an andern Orten Bethäuser eingerichtet würden, wo Judenchristen unter der Aufsicht eines chrisllichen Geistlichen, in christlicher Freiheit das Wort Gottes ihren Volksgenossen verkündigen könnten. Würde auf diesem Wege der Boden vorbereitet werden, dann wäre die Sammlung und Bekehrung Israels unvergleichlich leichter. (Schluß folgt.) Die Londoner Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden hat am 5. und 6. Mai ihr 79. Jahresfest gefeiert. Der Festprediger, Dr. Mc Cormick, behandelte Jesaia43,10. Im kleinen Saal von Exeter Hall hielt der Ehrensekretär, Prediger Goodhart, eine Ansprache. Derselbe betonte, daß die Gesellschaft die Grundsätze der Reformation, das echte, lautere Evangelium, stets festgehalten habe, und sprach die Überzeugung aus, daß dies auch fernerhin der Fall sein werde. In der durch Gesang, Schriftverlesung (Hosea 14) und Gebet eingeleiteten Hauptversammlung verlas Sekretär Fleming einen Auszug aus dem Jahresbericht. Dann ergriff Sir John Kenn«-