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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 6 (1887) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
6 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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einzumischen, daß er Missionar sei und nichts anderes als nur Missionar sein wolle. Diesen Grundsatz hat er auch das ganze lange Amtsleben hindurch befolgt und dadurch der Mission manche sonst verschlossene Thür geöffnet. Der Herzensacker, den der Missionar zu bearbeiten hatte, und in den er den Samen des göttlichen Wortes streute, war freilich ein schwieriger Boden, der wenig Frucht verhieß und darum viel Geduld erforderte, wie sie nur die rechte Liebe zum jüdischen Volke als dem Volke, aus welchem der Heiland nach dem Fleische stammt, und die rechte Liebe zur Missionsaufgabe und Missionsarbeit zu wirken und zu erhalten vermag. In. dieser Liebe aber überwand er alle, auch noch so sehr verletzende Einwürfe und Vorwürfe der Juden gegen das Christentum und die Christen, die zumteil spöttischer, zumteil aber auch scheinbar berechtigter Art waren und aus aufrichtigem Herzen kamen. Bezeichnend für die Innigkeit uüd Hingebung, mit welcher er predigte und wirkte, sind die Gebete in seinem Tagebuche, die er hin und wieder den täglichen Aufzeichnungen beifügte. Es sei nur eins dieser kurzen Gebete hier mitgeteilt. Die Erzählung, daß er von dem Bürgermeister in Samter aufgefordert wurde, in der dortigen Synagoge eine Rede zu halten, schließt er mit dem Gebet: „Ach, Herr Jesu, der du dein Leben aus Liebe für die Menschen gelassen hast und sie alle gerne selig machen willst, verleihe mir die Gnade, daß ich mit Liebe und Ernst an diesem Orte von dir zeugen möge und Seelen für dein Reich gewinne!" In diese Zeit fällt auch die Bekanntschaft mit dem frommen und auf alle, die in näheren Verkehr mit ihm traten, einen bedeutenden Einfluß ausübenden Herrn von Rappard auf Pinne. Im Hause dieses Mannes durste er viele segensreiche Tage verleben, an die er stets mit herzlichster Dankbarkeit und Verehrung für den lieben Freund gedachte. Im Jahre 1834 wurde er nach Fraustadt versetzt, wo er seine Arbeit in derselben Weise wie bisher fortsetzte. Hier gründete er sich in demselben Jahre eine eigene Häuslichkeit, indem er Karoline Wunsch, die zweite Tochter eines frommen Kaufmanns in Stettin, in dessen Hause er viel verkehrt und viel geistlichen Segen mit gleichgesinnten Freunden empfangen hatte, heimführte. Dieselbe wurde ihm eine treue Lebensgefährtin über 50 Jahre hinaus bis an sein Ende, und er war ihr in den vielen Leidenszeiten ihrer Ehe ein liebevoller Tröster und Freund. In der fast zehnjährigen Wirksamkeit in Fraustadt und von Fraustadt aus war besonders ein Fall, der ihm viel Verdruß, aber gleichzeitig auch viel Freude bereitete. Er ist so charakteristisch

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