Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 4 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Cicero 1× ep/1024888
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30 fanden, eine Predigt gelesen worden war, traten die Zöglinge Jänicke's einen gemeinsamen Spaziergang an, meist nach der Hasenhaide, wo sie sich in der wärmeren Jahreszeit im Freien lagerten, etwas Erbauliches lasen oder sich unterhielten oder auch ein Lied sangen. Wohl mögen sich damals viele der vorübergehenden Spaziergänger über die kleine Pietistenversammlung gewundert haben, doch wurde sie niemals gestört. Was den Unterricht betrifft, so erteilte denselben in der Religion natürlich Pastor Jänicke, sehr populär und zugleich erbaulich, aber auch gründlich, so haß die Zöglinge mit Kopf und Herz, lernten. In den alten Sprachen hatte der neue Schüler aber doch nicht die Vorbereitung, die eigentlich nötig war, um in die erste der beiden Abteilungen des Seminars einzutreten; hatte er doch nur 4 Monate regelmäßigen Unterricht bei Pastor Göbel gehabt. Nun sollte er mit GüHlaff, der mit einem Sprachtalent begabt war, wie es nur selten gefunden wird, mit Nikolaison und Bergfeld, die auch besondere Fähigkeiten und Gaben für Sprachen hatten, zusammen arbeiten! Da galt es den Mut nicht zu verlieren. Was ihm zuerst unmöglich schien, erreichte er aber doch, freilich durch viel Nachtarbeit und Verzicht auf fast jede Erholung, was ihm nur seine ausgezeichnete Gesundheit ermöglichte. Gützlaff half ihm besonders, die Lücken im Griechischen, in welchem derselbe . Hervorragendes leistete, so daß er damals als Prediger für Griechenland in Aussicht genommen war, auszufüllen. Im Lateinischen suchte er durch viel Lektüre, besonders des Livius und des Cicero, das Fehlende nachznholen. Mit Vorliebe aber trieb er Hebräisch. Auch im Predigen mußte er mit den älteren Zöglingen sich üben. Die Predigten, die sorgsam ausgearbeitet und von Pastor Jänicke sorgfältig durchgesehen und durchgegangen wurden, wurden in den Wochengottesdiensten im Saal der Böhmischen Gemeinde gehalten. Im Seminar hörte Hartmann zum erstenmal von der Judenmission und sah zu seinem Erstaunen, daß auch einzelne Zöglinge, wie Reichardt und Wermelskirch, der Londoner Gesellschaft zur - Verbreitung des Christentums unter den Juden überwiesen würden. Das regte schon damals in ihm den Wunsch an, auch als Missionar unter den Juden wirken zu können. Dieser Wunsch würde noch ' lebhafter, als auch Nikolaison und Bergfeld in die Dienste der Londoner Missionsgesellschaft traten. Doch es schien, als sollte dieser Herzenswunsch nicht erfüllt werden. Das Komitee der holländischen Missionsgesellschaft in Rotterdam nämlich bat Pastor '• Jänicke, ihm 3 Zöglinge aus seinem Seminar zu überlassen, was I dieser mit Freuden zusagte. Unter den 3 Erwählten befand sich