Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1887-01-01 · 4 (1887) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
4 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2554928-2554933--08589-2564630
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

29 Es wurden nun auch von Pastor Göbel Schritte gethan, um ihm die Aufnahme in ein Missionsinstitut zu ermöglichen. Aber obgleich zuerst Pastor Jänicke in Berlin und dann auch das Basler Missionshaus seine Aufnahme in Aussicht stellten, folgte doch keine Einberufung. Deshalb erteilte Pastor Göbel ihm und einem anderen Jüngling aus der Gemeinde, der gleichfalls Missionar werden wollte, Unterricht im Lateinischen, Griechischen und Hebräischen, damit die Zeit nicht ungenützt zur Vorbereitung verstreiche, und damit sie, wenn sie keine Aufnahme in einem Missionshause fänden, falls es Gottes Wille wäre, in einigen Jahren bei der Prüfungskommission der Universität Halle das Examen zur Befähigung des Studiums der Theologie machen könnten. Das war für die beiden jungen Männer eine fröhliche, köstliche Zeit, zumal sie schon damals den Pastor öfter bei den Erbauungsstunden in seinem Hause vertreten durften. Endlich kam doch noch die Berufung ins Seminar von Pastor Jänicke in Berlin, wohin nun der Zögling des treuen Göbel am 17. Mai 1822 zu Fuß aufbrach, nachdem im elterlichen Hause, in welchem sich auch Pastor Göbel und der Gutsherr, der junge Herr von Heinitz, und seine beiden Brüder eingefunden hatten, Gottes Segen für ihn ersteht war, während sein bisheriger Studiengenosse zurückblieb, noch das Gymnasium in Görlitz besuchte und dann nach Basel ging, aber nicht Missionar wurde. 2. Im Missionsseminar in Berlin und Aldsworthhouse. Schon fast 21 Jahre alt, trat Hartmann in die Anstalt Jänickes ein, in der damals 12 Zöglinge für den Missionsdienst vorbereitet wurden, unter ihnen Gützlaff, der später so bekannte Missionar der Chinesen, Reichardt und Wermelskirch, die der Judenmisfion treue Dienste geleistet haben. Auch die als Missionare in Warschau bekannter gewordenen Missionare Hoff und Wendt traten bald nach ihm in das Seminar ein und wurden seine Arbeitsgenossen. Obgleich die Seminaristen völlig ohne Aufsicht lebten, thun. und lassen konnten, was sie wollten, kam doch niemals ein Mißbrauch dieser Freiheit vor. Alle waren nur von dem Drang erfüllt, zu lernen, was sie zu tüchtigen Missionaren machen konnte. Jeder erhielt monatlich 10 Thaler und mußte davon Essen, Trinken, Kleidung, kurz seinen ganzen Unterhalt bestreiten. Der Verkehr der Jünglinge unter einander und mit einander war ein in jeder Beziehung, geistig und geistlich, gegenseitig fördernder. Besonders Sonntags nachmittags wurde diese Gemeinschaft gepflegt. Nachdem in einem Versammlungslokal, wo auch andere junge Leute sich ein-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.