Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 4 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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auch Hartmann, der diese Bestimmung als einen Ruf vom Herrn ansah, obwohl es ihm sehr schwer wurde, nun ganz seinem Wunsche, als Missionar unter die Juden zu gehen, zu entsagen. Ende des Jahres 1823 kam die Berufung: im Frühjahr sollte die Abreise geschehen, und bis dahin die holländische Sprache gelernt werden. Erst etwa 14 Tage vor dem zur Abreise bestimmten Termin erklärte ihm der Schwiegersohn und Mitarbeiter Jänicke's, Prediger Rückert: „Bruder Hartmann, Sie werden nicht nach Holland gehen. Bruder Gützlaff wird ihre Stelle einnehmen. Sie sehen, doch zu jung aus. Die Holländer könnten glauben, wir schickten ihnen Kinder." Hartmann stand nämlich zwar im 24. Jahre, war aber von so jugendlichem Aussehen, daß man wohl glauben mochte, daß er kaum 18 Jahre alt sei. So ging Gützlaff, offenbar durch Fügung Gottes, und wurde der Bahnbrecher der evangelischen Mission unter den Chinesen, und Hartmann blieb, um ein Werkzeug des Herrn unter den Juden zu werden. Denn schon in demselben Jahre 1824 überbrachten die als Missionare ausgesandten früheren Zöglinge Reichardt und Wermelskirch einen Brief des Komitees in London an Pastor Jänicke, in welchem derselbe gebeten wurde, im nächsten Frühjahre wieder 2 Zöglinge nach England zu entlassen, die dort für die Mission unter den Juden weiter vorbereitet werden sollten. Und dazu wurden von Pastor Jänicke Hartmann und Graf ausersehen, so daß, nun doch noch des ersteren sehnlicher Wunsch in Erfüllung ging. Nach einer beschwerlichen Reise, die teils zu Fuß teils zu Wagen bis Rotterdam und von da auf einem Dampfschiff zurückgelegt wurde, kamen beide junge Oflämvc in London an und wurden alsbald dem Missionsinstitut der Londoner Gesellschaft in Aldsworthhouse überwiesen^ Unter den dort studierenden Missionszöglingen befanden sich die späteren Missionare Ayerst, Lawrence und Pauli, mit denen die beiden neuen Mitglieder des Instituts stets in freundschaftlichem Verkehr geblieben sind. Die wunderschöne Gegend, besonders die Aussicht.von einer nahen Anhöhe auf die See, machten einen tiefen Eindruck auf unseren neuen Missionszögling in Aldsworthhouse, ohne ihn jedoch von der Arbeit abzuziehen. Diese war eine sehr selbständige, da der Leiter der Anstalt, ein Prediger Jacob, sich nur wenig um die Studenten kümmerte oder kümmern konnte. Dennoch blieb die Arbeit nicht ohne Erfolg, besonders im Hebräischen, in welchem Hartmann sich hervorragende Kenntnisse aneignete, und im Arabischen, das er ganz ohne Lehrer, nur mit Hilfe von Büchern, zu erlernen suchte, um sich für eine Aussendung nach Jerusalem vorzubereften, wohin sein Sinn vor allem stand. (Fortsetzung folgt.)