Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 4 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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war auch ein großer Freund der Mission, die damals noch verachtet war, und deren Bestrebungen noch verfolgt wurden; dursten doch besondere Mssionsstunden nicht gehalten werden. Um dennoch die Teilnahme für die Mission in seiner Gemeinde zu wecken, schloß der Pastor öfters an die Nachmittagspredigten Mitteilungen aus der Mission unter den Heiden an. Diese nun weckten aufs neue in unserm Jüngling die Sehnsucht, zu den Heiden zu gehen und ihnen das Evangelium zu verkündigen, besonders da er von Anstalten hörte, in welchen junge Männer zu Missionaren ausgebildet wurden. Nach langem innerm Kampfe, was er thun solle, und ob er es wagen dürfe, entschloß er sich — es war am Abend des 17. Februar 1821 —, zu seinem Pastor zu gehen und ihm seines Herzens Wunsch zu offenbaren. Über diese entscheidende Stunde schreibt er selbst in den schon erwähnten Skizzen: „Der Herr Pastor hörte mich ruhig an, und als ich schwieg, war sein erstes Wort: „Unterwinde sich nicht jedermann, Lehrer zu sein, und wisse, daß wir desto mehr Urteil empfangen werden." Er sprach dann noch einiges über die Wichtigkeit und Verantwortlichkeit eines Predigers des Evangeliums. Die Worte des Apostels drangen wie ein Donnerschlag in meine Seele und schienen mir allen Mut zu nehmen. Aber der Herr Pastor fügte dann bald hinzu: „Doch wenn der Herr jemand zu solchem Amt beruft, so giebt er auch Gnade", und wenn der Herr mich berufen habe, so werde er auch mir Gnade geben und mir den Weg bahnen» daß ich zu meinem Ziele gelange. Er selbst wolle sehen, was er thun könne. Die Worte des Pastors hatten mich niedergeschmettert, aber auch wieder aufgerichtet, und sie hatten die köstliche Wirkung, daß ich alles in die Hand des Herrn legen konnte und nicht meine eigenen Wege gehen wollte." Da Pastor Göbel zunächst die Einwilligung der Eltern forderte, so machte der Sohn ihnen von seinem Entschluß Mitteilung. Da schüttelte zuerst der Vater mit dem Kopfe und wollte die Einwilligung nicht geben, und die Mutter und die Schwestern finge» an zu weinen. Der Jüngling aber suchte einen verborgenen Winkel in der Scheune auf, warf sich dort auf die Kniee ynd legte sich und seine Wünsche ganz in die Hände des Herrn, der auch die Herzen seiner Eltern lenken könne, wenn er ihn gebrauchen könne und wolle. Und dies Gebet wurde erfüllt. Denn noch an demselben Tage erklärte ihm sein Vater unter Zustimmung der Mutter, daß er dem heiligen Geiste nicht widerstreben wolle, wenn er durch denselben geleitet werde, doch solle er sich ernstlich prüfen, damit er nicht einmal, wenn es ihm schlecht gehe, sage, daß sein Vater ihm besser hätte raten sollen, was er zu thun habe.