Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 3 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554928-2554932--08578-2564618- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
19 ist, daß der menschgewordene Gottessohn die einzige Hilfe für jeden, ohne ihn dem göttlichen Zorn verfallenen Sünder darbietet, hat er noch nicht erkannt. Darum konnte ein Jude nach dem Lesen der zweiten von den oben angeführten Broschüren mit Recht sagen: „Von einem Rabbiner ist das zu viel, von einem Christen zu wenig." Wir dürfen hoffen, daß Lichtenstein auf seiner jetzigen Erkenntnisstufe nicht stehen bleiben wird. Je mehr er sich in das Neue Testament versenkt, desto mehr werden auch die genannten Mängel schwinden, und er wird von einer Klarheit zur andern geführt werden. Einen Ruf, in das Reich des Lichts einzutreten, hat er vernommen, aber nur teilweise befolgt. Als er anfangs schüchtern, dann mit Eifer nach dem kleinen, wunderbaren Buche griff, da zeigte sich, wie er selbst erzählt, seinem schmachtenden Blick eine neue Welt, eine helle, nie geahnte Morgenröte. „Ich sah mit meinen Augen eine junge Sonne, wie sie strahlend aus dem Meere steigt, hörte mit meinen Ohren Christt göttliche, sanfte, belehrende, warnende Stimme..." Wenn der schon bejahrte Mann, der es gewagt hat, den von der Herrlichkeit des neuen Bundes empfangenen Eindruck zu schildern, unser Bundesbuch als lernbegieriger Schüler immer weiter durchforscht, dann wird er jene Herrlichkeit immer gründlicher kennen lernen und in ähnlichem Sinne wie einst der Apostel Johannes sagen können: „Was wir gesehen und gehöret haben, das verkündigen wir euch" (1. Joh. 1,-3). Isi Jesus wirklich der Messias? In den Monatsblättern für öffentliche Missionsstunden vom Jahre 1845 (Nr. 12) teilt der damalige Herausgeber, vr. Barth in Calw, folgende Erzählung eines bekehrten Israeliten mit: Im August 1840 kam ein Jude, ein reisender Juwelier, der früher ein halbes Jahr lang mit mir gearbeitet hatte, in hiesiger Stadt mich zu besuchen. Als ich nach dem Grund seines Besuches ftagte, sagte er, er habe hier nicht gerade ein besonderes Geschäft, aber das Gerücht, daß ich getauft worden sei, was er nicht habe glauben können, habe ihn hierher gezogen, damit er sich des Wahren versichern und mich auch um die Gründe befragen könnte. Zuletzt rief er aus: „Wer würde das von Dir gedacht haben?" Ich erwiderte, ich wolle mit ganzem Herzen seine Frage beantworten, und nicht nur ihm, sondern jedermann, der darnach fragen würde. So hatte ich eine gute Gelegenheit, von der Liebe Gottes und Jesu Christi und von dem großen Erlösungswerke zu reden. Da er mit der Schrift bekannt war, so konnte ich unter dem Beistände