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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 3 (1887) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
3 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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erhabenen göttlichen Eigenschaften in himmlischer Harmonie mit Christus vermählt, von dem Mose hellsehend spricht: „Einen Propheten aus deiner Mitte, von deinen Brüdern, wie ich es bin, wird der Ewige, dein Gott, dir erwecken: ihm sollt ihr gehorchen." Ja, Christus ist die Grundfeste der Wahrheit, der herrlichste Himmelsschatz, die stolzeste Zierde der Schöpfung, der erhabenste Menschensohn, der je auf Erden gewandelt, die verkörperte Gerechtigkeit, der Weltheiland, der Weltmessias." „Er hat den Mantel der Liebe und der Versöhnung über unsere Schwächen geworfen. Menschliches Fühlen und göttliches Streben haben in seinem großen Herzen ihre Rosen in einander geschlungen und sind zu einem duftenden Kranze geworden." In seiner dritten Schrift („Die Liebe und die Bekehrung") sagt Lichtenstein von solchen Israeliten, die nicht mehr die Kraft besitzen, die Forderungen der Synagoge zu erfüllen: „Sollten diese nicht Jesum, Marias Sohn, als ihren Messias, als ihren Erlöser begrüßen. Sollten diese nicht mtt den ersten Bekennern laut aufjauchzen: „Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!?" . .. Unser Seelenfriede ist wiedergekehrt, denn wir sind nicht mehr zerfallen mit uns selbst, stehen nicht mehr im krassesten Widerspruch mit unserem Glaubensbekenntnis, können unsere teuren Kleinen durch gutes Beispiel, durch Wort und That als pflichtgetreue, glaubensstarke Christen erziehen." Er erblickt den Anbruch der Zeit, in welcher Israel voll Jubel und Begeisterung mit seinem semitischen, abramitischen Blute, mit dem Blute Jesu aus dem königlichen Stamm Davids, mit der Devise: „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott" und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" einzieht in den neuen Bund, „denn sein Joch ist leicht, seine Last ist sanft und seine Dornenkrone die Liebe." Trotz seiner Hochschätzung der christlichen Religion will jedoch unser Rabbiner die jüdische keineswegs beseitigen, auch sich selber ihr nicht entziehen. „Wir leben unter dem Segen des Gesetzes, wir verdanken dem Heldentum der Entbehrung, den Samtäts- und Mäßigkeitsgesetzen Jugendkrast im Greisenalter, flohen, munteren Sinn, häusliche Freuden, Zufriedenheit und Lebenslust, wo andern schon das Leben überdrüssig, eine unerträgliche Last ist." Er meint, Israel habe auch jetzt noch ein Priesteramt zu verwalten. Nur soll es solchen Kindern seines Volkes, die innerlich nicht mehr Juden sind, nach seiner Meinung freistehen, sich an die Weltreligion des Christentums anzuschließen. Dies hängt mit den Mängeln seiner gegenwärtigen Christuserkenntnis zusammen. Daß in der Person Jesu eine eigentliche Menschwerdung Gottes erfolgt

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