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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 1 (1887) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
1 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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8 kirche hielt, und in welcher nachgewiesen wurde, wie das irdische Leben des Verstorbenen ein dem Herrn dargebrachtes Dankopfer war, und wie die Hinterbliebenen Ursache haben, ihm mit Dank gegen den Herrn nachzublicken. Der Geistliche schloß mit der kirchlichen Begräbnisliturgie. Nachdem der Chor noch einmal gesungen hatte, nahm die Trauerversammlung von dem Grabe Abschied, in I welchem der Leichnam des treuen Wahrheitszeugen der Auferstehung f harrt. Mit jenem Schlußvers schließen wir unfern Bericht: So ruhe wohl! Er wird zur Ruh' gebracht. < i Gott hat an dich gedacht Verschlafe die erlitt'nen Schmerzen! Und alles wohlgemacht. Wir schließen dich in uns're Herzen. i Sanft schläft dein Leib So ruhe wohl! Hier in des'Grabes Nacht; v Goldene Gassen. Und die Gassen der Stadt waren von lauterem Golde, wie ein durchsichtiges Glas. Offb. 21, 21. Es ist eine köstliche Verheißung, daß die Bürger von Jerusalem auf goldenen Gassen wandeln sollen. Die Kinder des Staubes gehen auf schmutzigen Wegen einher, aber diejenigen, welche erkauft sind von der. Erde, sind dazu bestimmt, auf reinen Pfaden zu wandeln. So ist ihnen also Herrlichkeit beschieden um und um, ganz und gar; ihr Haupt sollen sie gen Himmel erheben, ihre Seele soll Himmelslust trinken und ihre Füße sollen sie auf das Kostbarste setzen, was die Erde bietet. Das ist für die Erdenbewohner eine liebliche Aussicht. Es gehört mit zu unfern Mühsalen auf Erden, daß wir durch. Staub und Schmutz hindurchgehen müssen; es gehörte darum im gelobten Lande zu den ersten Pflichten der Gastfreundschaft, daß man dem wegemüden Wanderer die Füße wusch. Darum klagte des Menschen Sohn einmal einem Pharisäer, der ihn zu Tische geladen hatte, aber ohne Liebe und Herzlichkeit: „Du hast mir kein Wasser gegeben, meine Füße zu waschen." Die Freundlichkeit, die man dem geringsten, Gaste erwies, versagte man dem Herrn der Herrlichkeit. Und doch war es der Staub von unserer Erde, durch den seine Füße schritten, es waren unsere Pfade, auf denen er wandelte. Schon der Mensch, der doch Staub vom Staub geboren ist, empfindet es, wie häßlich es sei, auf unreinen Wegen gehen zu müssen, wie viel mehr nicht der Erbe des Himmels, der in den lichten, reinen Höhen zu leben gewohnt war! Aber was ist der Staub des Erdbodens gegen den Schmutz der Sünde, der Lüge, der Unredlichkeit, der Heuchelei, durch welchen

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