Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 1 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 ihrer noch übrigen Lebenstage treulich zur Seite! Nimm dich der Kinder und Kindeskinder gnädig und väterlich an! Namentlich gedenken wir vor dir der in der Ferne weilenden Tochter, die solange eine sorgsame Pflegerin ihrer Eltern war, nun aber an dem Sterbelager und der Totenbahre ihres Vaters nicht hat stehen können. Laß an uns allen das heutige Leichenbegängnis gesegnet sein, daß wir mit neuem Eifer der Heiligung nachjagen, ohne welche niemand dich schauen kann! Und da zu solcher Heiligung die Liebe zu allen Menschen gehört, so wollest du durch deinen heiligen Geist den unheiligen Geist der Selbstsucht in unserm Innern überwinden. Laß uns insbesondere rechte und eifrige Nachfolger des Verstorbenen in seiner Liebe zu Israel sein! Erhalte unter uns seinen Missionssinn und Missionseifer, mit dem er zeitlebens an der geistlichen Erweckung der Nachkommen Abrahams durch Predigt und Fürbitte teilgenommen hat! Segne, was wir für das Volk des alten Bundes thun, wie du das Thun dieses treuen Freundes Israels gesegnet hast! Ja, Herr, laß deinen Odem über das weite Feld voller Totengebeine wehen und neues Leben schaffen, damit bald alle Völker der Erde miteinstimmen in den Lobgesang der himmlischen Heerscharen: „Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob." Amen. — Jetzt sang die Hausgemeinde: Und so wißt ihr, was ich weiß. Ihr wißt meinen Zweck und Preis. Glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, Der uns Gott macht angenehm: Jesu, dem Gekreuzigten! Ein kurzer Segenswunsch beendete die Feier im Trauerhause. Dann zog man hinaus auf den Friedhof der Bernhardingemeinde in Rothkretscham. Auch dieser zweite Teil der Leichenfeier bestand aus Gesang, Rede und Gebet. Während der Einsenkung des Sarges sang ein Chor jenen köstlichen Vers, an dem sich der entschlafene Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin auf seinem Sterbebette erquickte: Ach Herr, laß dein lieb Engelein Msdann vom Tod erwecke mich, Am letzten End' die Seele mein Daß meine Augen sehen dich In Abrahams Schoß tragen, In aller Freud', o Gottessohn, Den Leib insein'm Schlafkämmerlein Mein Heiland und mein Gnadenthron! Gar sanft ohn' ein'ge Qual und Pein Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre Ruh'n bis am jüngsten Tage! Ich will dich preisen ewiglich, smich! Die letzte Zeile: „Ich will dich preisen ewiglich" lag der Grabrede zu Grunde, welche Diakonus Jakob von der Bernhardin-