Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 1 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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richtet: dort, wollte er von Jesu, dem Licht der Welt, dem Heiland der Sünder, zeugen und das Himmelreich ausbreiten helfen. Wer dieser Plan wurde durchkreuzt. Gott hatte seinen Knecht für die Arbeit in dem harten Steinbruch der Mission unter Israel bestimmt. Während eines Aufenthalts in England lernte Hartmann die Londoner Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden kennen. Als diese ihn nun einlud, in ihre Dienste zu treten, erblickte er darin den Willen Gottes und wurde ihr Agent. Aber wiederum ging's anders, als er gedacht hatte. Seine Hoffnung, als Prediger des Evangeliums unter den Juden Palästinas wirken zu können, erfüllte sich nicht. Die Nachwehen einer schweren Krankheit verhinderten die Reise ins Morgenland. Statt dorthin, ging's in die deutsche Heimat zurück. Als erste Arbeitsstätte wurde ihm Stettin angewiesen. In der Hauptstadt Pommerns bestand der angehende Missionar eine theologische Prüfung mit Auszeichnung und empfing durch den verstorbenen Bischof Ritschl die Weihe zum geistlichen Amt. In Stettin trat er auch vor mehr als 50 Jahren in die Ehe mit seiner nunmehrigen Witwe. Später wurde er nach Posen, hierauf nach Fraustadt, dann nach Frankfurt a. O., endlich vor 34 Jahren hierher, nach Breslau, versetzt. 56 Jahre im ganzen dauerte sein amtliches Wirken. Solange durfte er zur Ehre seines Herrn mündlich und schriftlich Judenmission treiben. Auf zahlreichen Reisen durch verschiedene Teile von Deutschland, Rußland und Österreich-Ungarn fand er Gelegenheit, den Samen des Evangeliums weithin auszustreuen. Er hat in seiner Missionsthätigkeit erfahren, was der Herr Jesus im Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld allen denen in Aussicht stellt, die in seine, des himmlischen Säemanns, Fußtapfen treten. Der gute, empfängliche Boden hat nie ganz gefehlt. Manche Kinder Israels nahmen das Wort des Lebens willig und freudig an und wurden durch den Dienst des Heimgegangenen in den Bund des dreieinigen Gottes ausgenommen. Diese seine Täuflinge, die gewiß mit besonderer Wehmut von seinem Scheiden hören, haben ja einen besonders tiefen Eindruck davon bekommen, daß er in dem Herrn lebte. In dem Herrn ist er nun auch gestorben. Ehe der schwere Todeskampf anbrach, den der Herr seinem alten, kampfgeübten Knechte nicht ersparen konnte, hat unser Freund es wiederholt bezeugt, daß er diesem Herrn bis zum Tode treu fein wolle. Fast 86 Jahre lang, wie der Märtyrer Polykarp, hatte er ihm gedient und immer nur Gutes von ihm empfangen: wie hätte er ihn jetzt verlassen können? Auf Gottes Gnade, wie sie in Christo Jesu erschienen ist, hat sich der Kranke gebettet, als er die Schatten des Todes immer näher kommen sah. Er kannte das Wort: „Wenn