Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 1 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Hierauf ergriff der Schreiber dieses das Wort zu folgender Ansprache: Gnade, Friede und Trost sei mit euch von dem Gott alles Trostes, der uns tröstet in aller unserer Trübsal! Amen. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Dies Wort aus der Offenbarung Johannis (14, 13), geliebte Leidtragende, sei uns ein Fingerzeig aus der oberen Welt, den wir in der gegenwärtigen ernsten Stunde dankbar benützen wollen. Ein Toter befindet sich in unserer Mitte, in der Mitte der Lebenden. Der Totensonntag liegt soeben erst hinter uns. Der erste Werktag der Woche, die er einleitet, hat kaum begonnen. Und schon wieder vernehmen wir die ernste Mahnung: „Mensch, bedenke dein Ende!" Gestern haben wir das Memento mori innerhalb der Kirchengemeinde erwogen: heute sollen wir in dieser Hausgemeinde über seinen Inhalt nachsinnen. Ja, der Würgengel ist nun auch an das Oberhaupt dieser Familie, an diesen Veteranen unter den Heilsboten für Israel, der auf so manchen harten Strauß zurückschauen konnte, herangetreten und hat ihn abgerufen! Der Herr ließ ihn eine hohe Stufe des Alters erreichen. Wir durften uns lange seines edlen Vorbildes, seines anregenden Umganges, seines weisen Rates erfreuen. Aber am Freitagmittag ist die ihm und uns vergönnte Frist abgelaufen. Jetzt ruht in diesem Sarge die entseelte Hülle eures Vaters und Großvaters, unseres Freundes, meines väterlichen Freundes. Aber bleiben wir nicht bei der Beute des Todes stehen! Bedenken wir auch, wie unser Johann Christoph Hartmann gestorben ist! Jenes Wort der heiligen Schrift handelt von Toten, die in dem Herrn sterben. Gottlob, daß wir ihm nachsagen dürfen: Er hat in dem Herrn gelebt und er ist in dem Herrn gestorben. Ein merkwürdiger Lebensgang hat am 19. November seinen Abschluß gefunden. In Königsheim bei Görlitz stand die Wiege des Kindes. Dort wuchs der Entschlafene, der am 3. Juni 1801 geboren wurde, als der reichveranlagte Sohn eines Landmannes heran. Dort erhielt er nach seiner Konfirmation von dem Ortsgeistlichen, einem Pastor Göbel, der auf den Knaben aufmerksam geworden war, Unterricht in der lateinischen Sprache. Als Johann Christoph 19 Jahre zählte, schickte ihn sein Seelsorger in die Pflanzschule für Missionare, die der ehrwürdige Jänicke, der Pfarrer an der böhmischen oder Bethlehemskirche in Berlin, gegründet hatte und leitete.. Auf China und dessen im Dunkel des Heidentums lebende Millionen hatte der fromme Jüngling sein Augenmerk ge-