Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 12 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Zum ew'gen Leben führt einj)fad, Der heißet „Gottes Wort"; wer diesen Weg erwählet hat, Ist selig hier und dort. In dir, mein Heiland, Hab' ich Ruh, Du bist mein Schild und Stab; Beim letzten Seufzen bleibe du Mein Licht ob Tod und Grab! Moralische Detrachtungen über den Pentateuch. Diese vor 2 Jahren erschienene Schrift (Breslau: Schottländer; 192 Seiten) hat in jüdischen Kreisen vielfache Anerkennung gefunden. Der greise und blinde Verfasser (Gottlob Brausch ist ein Pseudonym) behandelt in schlichten Reinlen die 54 Abschnitte, in welche die 5 Bücher Moses zum Zweck ihrer Vorlesung in der Synagoge eingeteilt worden sind. Er bietet diese Betrachtungen seinen Glaubensgenossen zur Beherzigung dar. Auch Christen werden sie mit Interesse lesen. Beachtenswert ist die Forderung, welche Br. S. 69 an die Bekenner des Judentums richtet: es durch Kunst und Handwerk zu Ehren zu bringen. In andern Punkten können wir nicht zustimmen. Man vergleiche z. B. S. 20. 21. 33. 34. 36. 40. 68. 62. 78f. 110. 170. Die in mehreren dieser Stellen vorgetragene Lehre von: Heilswege ist nicht die alttestamentliche. Gott verheißt dem Israeliten die Bergebungsgnade auf Grund der Darbringung von Opfern, nicht wegen guter Werke (Almosengeben, Beten u. s. w.). Letztere sind auch nimmermehr ein Ersatz für erstere. Seit der Stiftung des neuen Bundes ist der Glaube an den Gottesknecht, der sich als Gotteslamm zum Opfer gegeben hat (Jesaia 53), das Mittel zur Erlangung des göttlichen Wohlgefallens. Von diesem Gottesknecht zeugt schon die S. 14 angeführte Weissagung. Er ist mit dem „Schiloh" gemeint: S. 42. Das haben Kimchi, Onkelos, Jarchi und andere israelitische Gelehrte wohl erkannt. Onkelos bezieht auch die Worte Bileams auf ihn, s. S. 106. Bedenklich ist ferner die Lehre von der Beurteilung der Jugendsünden: S. 85. Das Bekenntnis S. 136 unten („kein Jota unerfüllt geblieben") gewinnt erst im Munde des Christen seine volle Bedeutung. Endlich läßt sich die Behauptung S. 118 anfechten: „Wir sind die einzigen, die nach Tausenden von Jahren die uns überlieferten heiligen Bücher wohl bewahren." Bilden denn diese Bücher nicht auch den ersten Hauptteil der christlichen Bibel? Sieht nicht der gläubige Christ ebenso wie der gläubige Israelit in den Schriften Moses und der Propheten einen köstlichen Schatz den er „wohl bewahrt"? Wir wünschen dem geehrten Herrn Verfasser, es möge ihm vergönnt sein, den kennen zu lernen, der gesagt hat: „Ich bin