Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 12 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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93 deren Sie gedenken. Ihre Entstehungsursache ist die Liebe des Vaters im Himmel zu seinen Menschenkindern. 7, Die Blätter der Bibel sind keineswegs „vertrocknete Blätter der Vergangenheit, die man vergebens auffrischt." Das erfährt jeder, der mit offnem Sinn, mit Gerechtigkeit- und Wahrheitshunger, nicht als Meister, sondern als Schüler sie in die Hand nimmt. Der heilige Geist, der in diesem wunderbaren, einzigartigen Buche waltet, giebt einer solchen Seele bald die klare Er-. kenntnis, daß sie hier findet, was sie sonst in der ganzen Welt vergebens sucht. 8. Sie meinen, der hebräische Gemütsausdruck, den wir mit „glauben" wiedergeben, sei von Paulus und der christlichen Kirche beseitigt worden; der christliche Glaube sei nur eine Verstandesthätigkeit. Dem ist nicht so. Nach dem genannten Apostel besteht der Glaube in der vertrauensvollen Hingabe an den Gott, der sich in seinem eingeborenen Sohn aufs herrlichste bezeugt hat. Zu solcher Hingabe ist natürlich ein gewisses Wissen erforderlich, aber vor allem ist sie doch Sache des Gemütes oder des Herzens. Es bedarf wohl nicht der Versicherung, daß ich zur Fortsetzung des Briefwechsels jederzeit gerne bereit bin. Daß ich ein armer Sünder bin, Ich Hab* es nicht gewußt; In Finsternis lag Herz und Sinn, Ich liebte Weltenlust. Da traf ein Licht vom Himmel her Mein wahnerfülltes Herz, Da wurde mir so bang', so schwer, Die Lust ward mir zum Schmerz. Wohl Hab' ich früher oftmals schon Den Blick hinauf gewandt, — Doch nimmermehr den Gotteslohn, Die Seligkeit, erkannt. Ich wußte ja vom Vater nur, Den Sohn erkannt' ich nicht; Wohl ahnte längst ich feine Spur, Doch glauben könnt' ich nicht. Da kam des heil'gen Geistes Kraft, Gesandt vom lieben Gott; Sie ist es, die solch' Wunder schafft, Trotz Haß, Verfolgung, Sxott. So kam ich endlich zu dem Herrn Und feiner Glaubensschar; Mein Heiland ist mir nimmer fern, Ihn lieb' ich treu und wahr. Ihm, der mir lieb- und gnadenvoll Die Sündenschuld wusch ab, Ihm weihe ich zum Dankeszoll Mein Leben bis zum Grab. Nun darf ich folgen seiner Bahn, Gr will mein Vorbild sein, Und weil ich das allein nicht kann, Mir feine Hilfe leih'n. *) Aus den soeben veröffentlichten „Christlichen Gedichten eines bekehrten Israeliten" von I. H. Wallfisch. 53 Seiten. Preis 25 Cents. Das Büchlein ist zum besten des deutsch-englischen Kollegiums zu Galena, Illinois (Nordamerika) erschienen und kann durch dasselbe bezogen werden.