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Dibre Emeth · 1886-01-01 · 12 (1886) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
42 (1886)
Issue
12 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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92 Offene Zrrefe. iv. Auf Ihr geschätztes Schreiben erlaube ich mir folgendes zu antworten: 1. Sie haben ganz recht, wenn Sie den Gedanken für einen ungeheuerlichen halten, Gott habe menschliche Natur angenommen. Aber eine Gotteslästerung schließt er nicht in sich. Die Frommen des Alten Testaments haben ihn gekannt, ehe er Wirklichkeit geworden war. Sie wußten, daß der Messias, ihr und aller Welt Heiland, aus den Tiefen des göttlichen Wesens hervorgehen sollte. Vergleichen Sie Jesaia 9, 6 (El Gibbor — starker Gott), Micha 5, 1 (seine Ausgänge von der Vorzeit Und von den Tagen der Ewigkeit), Jeremia 23, 6 (Jehovah, unsere Gerechtigkeit. 2. Rabbi Akiba sah in Barkochba nicht einen, sondern den Messias. Der Messias aber sollte auch nach rabbinischer Lehre (ich verweise auf Weber, System der altsynagogalen palästinischen Theologie, S. 342 ff.) mehr sein als ein politischer Befreier. 3. Sie nennen Jesaia einen schwärmerischen Geist. Mit welchem Recht? Sollte ein so ernstgesinnter, auf Heiligung des Herzens und Wandels dringender Mann die Unwahrheit gesagt haben, wenn er seine Verkündigungen immer wieder als Aussprüche Jehovahs bezeichnete. 4. Der Messias sollte allerdings zeitliches und ewiges Glück bringen. Sie können sich mit der Lehre von einem ewigen Wohl- und Schlechtergehen nicht befreunden. Das müssen Sie aber doch zugeben, daß Ihre Bibel sie enthält (Dan. 12, 2), und die wird wohl recht behalten. 5. Das Volk Israel hat zwar nicht in seiner Masse, aber doch in vielen einzelnen Gliedern Jesum als den Messias anerkannt und sich durch seine Thaten und Worte von seiner erhabenen Würde überzeugen lassen. Die ersten Jünger waren insgesamt Juden. Sogar einige Häupter Israels beugten sich vor dem Nazarener (Nikodemus, Joseph v. Arimathia). Lesen Sie auch Apostelgesch. 21, 20 u. 15, 5! 6. Die Wahrheit besitzt Ihr Volk in seinen heiligen Schriften (Römer 3, 2). Ein noch reicherer Wahrheitsbesitz ist der Christenheit anvertraut worden. Was uns die von Gottes Geist erleuchteten Propheten und Apostel in jenen 39 und 27 Büchern ausgezeichnet haben, das ist die Wahrheit. Wenn irgendwo, so haben wir in den biblischen Schriften Men und Neuen Testaments Felsengrund unter unseren Füßen. Die in ihnen niedergelegte außerordentliche Offenbarung ergänzt die unvollkommene ordentliche,

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