Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 12 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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91 medanern von ihrem gnädigen Erlöser zu sprechen. Um 8. Februar 1885 wurde Ramo öffentlich in die Kirche Christi durch die heilige Taufe ausgenommen. An diesem Tage ward sie, wie sie selbst sagte, die glücklichste aller Frauen, weil sie endlich ihren lang gehegten Wunsch erfüllt sah. ' Sie blieb diesen Tag bei uns und verbrachte den größten Teil der Nacht damit, Loblieder und Psalmen zu singen, in denen sie die Gnade und Barmherzigkeit Gottes pries, der ihr die Erlösung durch Christum gewährt und sie gewürdigt habe, noch am Ende ihres Lebens auf seinen Namen getauft zu werden. Die unaufhörlichen Beleidigungen, die sie von ihrem Volk erfuhr, konnten ihr. das Leben inmitten derselben verbittern, aber doch zog sie es vor, solche Leiden zu ertragen, bei denen sie Gelegenheit hatte, von der Liebe Gottes in Christo Jesu zu zeugen, als ihre letzten Tage in unserem Hause mehr oder weniger in Unthätigkeit zu verbringen. Wir erkennen jetzt, wie auch dieser Umstand dazu diente, sie zu einer größeren Zeugin für Christum zu machen. Sie fuhr fort, regelmäßig die Gottesdienste zu besuchen, trotz ihrer Schwäche. Am Sonntag, den 3. Januar d. I., hielt Ramo ihren letzten Kirchgang. Von da an nahm ihr Leben sichtlich ab, aber nicht ihr Glaube. Ihre Seele wurde stärker, je schwächer ihr Leib wurde. Sie sprach von der Liebe Christi und bekannte ihn, ob man es hören wollte oder nicht. Einige Tage vor ihrem Abscheiden kam der Rabbiner zu ihr und bot ihr Verzeihung und das Versprechen an, sie ehrbar und anständig zu begraben. Sie antwortete einfach: „Es ist mir gleich, wie ich beerdigt werde. Ich sorge nur für meine Seele, und ich sage mit dem König David: „In Deine Hände befehle ich meinen Geist; Du hast mich erlöset, HErr, Du getreuer Gott."" Am Tage vor ihrem Tode hielt der Rabbiner es für seine Pflicht, seine Verfolgung fortzusetzen. Er kam wieder, in Begleitung von Zeugen, um einen Widerruf zu erpressen. Er drohte sie sonst in das Meer zu werfen. Sie schwieg zuerst, dann sich sammelnd antwortete sie: „Thut, was ihr wollt mit meinem Körper! Ich bin des HErrn!" Der Rabbiner verließ sie, und Herr Zerbib trat ein. Die versammelte Familie war erstaunt über die Lebendigkeit und Freude, die die liebe Alte bei dem Anblick des christlichen Besuchers bezeugte: „O mein Sohn, mein Sohn, sei willkommen! Der Herr segne Dich! Du wirst am Tage meines Todes wie ein Mann handeln." m Nach „Jewish Intelligence“ von B. v. P.