Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1886-01-01 · 11 (1886) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
42 (1886)
Issue
11 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554914-2554926--08538-2564578
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Als solcher ist er schon dem alten Bundesvolke vorgezeichnet, wenn der Prophet ihn nennt den, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist, und wenn David verkündigt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze Dich zu meiner Rechten, bis daß ich Deine Feinde lege zum Schemel Deiner Füße. — So könnt Ihr, liebe Genossen des Heims, an dieser Stätte mit seligem Danke dessen inne werden, was fröhlich Andreas gegen seinen Bruder Simon aussprach: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geredet haben. An dieser Stätte soll Euch und allen Hörenden es immer wieder bezeugt werden, daß der Name Immanuel der köstlichste Demant ist, in dem uns der ganze Himmel entgegenfunkelt und das Innere des göttlichen Vaterherzens. Und je mehr unser eigner Name vielleicht angetastet wird, je mehr wir etwa geschmähet werden, desto mehr mufi uns das zum Tröste gereichen, daß wir einen Herrn haben, dem ein Name über alle Namen gegeben ist, dessen Ehre keinen Abbruch leidet, dessen Königreich kein Ende hat, weil er eins ist mit dem Vater, der allein Unsterblichkeit hat und wohnet in einem Lichte, zu welchem niemand kommen kann. Mitten in der Welt, deren Wesen vorübergeht und deren Herrlichkeit erbleicht, trägst Du, liebes Kirchlein, den Namen Immanuels und rufst nach allen Seiten hin: Sein Reich ist ein ewiges Reich und seine Herrschaft währet für und für! Hosiannah! Hosiannah in der Höhe! 2. Immanuel! Höre weiter, liebe Festgemeinde, wie jetzt der Apostel dir zuruft: Es ist in keinem Andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen sie sollen selig werden! — Die an diesen Ort kommen, die müssen wünschen, gerettet zu werden, und wenn sie es beim Kommen noch nicht wünschen — es leitet manchen ja auch ein unklares Verlangen ins Gotteshaus, mancher kommt vielleicht gar, um zu spotten — dann hat die Predigt die Aufgabe, ihnen einen Brand ins Herz zu werfen, oder den Nathansfinger auf die Brust zu strecken mit dem ernsten „Du bist der Mann!" Gott segne zu diesem Berufe den lieben Bruder, der hier das Wort verkündigt. Er segne ihn, wenn er die Decken von den Augen wegzuziehen sich bemüht, wenn er den Ruf ergehen läßt: Wache auf, der Du schläfest, auf daß Dich Christus erleuchte. Aber der Herr segne ihn auch, wenn er dann anhebt, den Weg des Heiles zu zeigen. Was er dann sagen will, das sagt Euch lieben Hebräern diese Tafel, wo der Evangelist unter den Propheten das Johanniswort: Siehe, das ist Gottes Lamm! so verdolmetscht: Fürwahr, er trug unsere Krankheit und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.