Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1886-01-01 · 11 (1886) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
42 (1886)
Issue
11 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554914-2554926--08537-2564577
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Band vorhanden zwischen dem Israel des Alten und dem des Neuen Testaments. Dieser Name stehe denn auch als der leuchtende Stern über meiner Weihepredigt. Immanuel! Soll ich das Wort mit einem Schristausspruch in die Mitte der Rede stellen, so sei es Jesaia 8, 10: Hier ist Immanuel. Mag Luther sich hier eine freiere Übersetzung des Urtextes erlaubt haben, so hat er doch den Sinn völlig und bündig getroffen. Denn wenn wir auch nach dem Wortlaut übersetzen wollten: Gott ist mit uns! so ist das doch in keinem allgemeinen Sinne zu verstehen. Die Worte dürfen in diesem Verse nicht anders als zwei Verse vorher verstanden werden, wo sie Bezug nehmen auf den Namen, der dem Jungfrauensohn gegeben ist. So ist denn auch, wenn diese Stätte Jmmanuelshaus heißen soll, nicht in der Weise geredet, wie wir wohl hier und dort die Nähe Gottes finden, wo unsre Seele sich besonders gehoben fühlt oder wie wir das „Gott mit uns!" in allgemeiner Frömmigkeit als Devise auf unsre Fahnen, unsre Münzen schreiben. Immanuel ist der Name einer bestimmten, lebendigen Persönlichkeit, zu welcher dies Haus in die engste Verbindung gesetzt werden soll. Betrachten wir denn diesen Namen im Lichte des göttlichen Worts. Es ist 1) der Name, der über alle Namen ist, 2) der Name, in dem wir allein sollen selig werden, und 3) der Name, der einst an den Stirnen der Seligen sein wird. — 1. Wir lesen Philipper 2: Christus, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Geberden als ein, Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuz; darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Gottes des Vaters. — Wie könnte er der Herr — nicht: ein Herr — heißen, wie könnten sich aller Knie vor ihm beugen, wie könnte der, der seine Ehre keinem andern geben will, dies fordern, wenn nicht die Fülle der Gottheit in ihm wohnte, wenn er nicht der Abglanz von Gottes Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens wäre, in dem mit unserer Menschheit die Gottheit vereinigt ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.