Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 10 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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74 seit 18 Jahrhunderten unser armes, umnachtetes Volk Israel verblendet, weil es seinen Gesalbten, den Herrn der Herrlichkeit, kreuzigte. Nichtsdestoweniger halte ich es für meine Pflicht und für mein köstliches Vorrecht, den Namen meines Erlösers zu bezeugen, welchen ich bald in der oberen Heimat von Angesicht' zu Angesicht zu schauen hoffe. Dorthin ist er gegangen, eine Stätte zu bereiten für mich und auch für Dich, wenn Du nicht in Deinem Unglauben beharrst. Forsche, wie ich, aufrichtig und eifrig in den Büchern Moses, in den Psalmen und Propheten, welche von seinem Leiden, Sterben und Auferstehen zeugen! Ich bleibe in inniger Liebe Deine alte, treue Tante Lydia Montefiore. II. Marseilles, den 23. Oktober 1857. Lieber Neffe! Ich war sehr überrascht, daß Du meinen Brief zurücksandtest, ohne auch nur die Postgebühren zu bezahlen. Ich hätte nicht erwartet, daß Du gegen Deine arme alte Tante so feindselig sein könntest, nur weil diese den Geboten ihres Gewissens folgte, welches Gott durch seinen Geist gnädig erleuchtet hat. Ich kann Dich versichern: Von jener Zeit an war ich glücklicher als je vor meiner Taufe, denn ich weiß, daß ich unter dem Schirme Jehovas wohne, in der Arche des Bundes, Welcher mit unfern Vorfahren geschlossen und von dem Herrn Christus, dem wahrhaftigen Messias, bestätigt wurde, als er rief: „Es ist vollbracht!" Bei ihm allein haben wir eine sichere Zuflucht, wo Du Dich samt allen abtrünnigen Söhnen Israels vor dem Zorn Gottes verbergen kannst. Ich setze mein Vertrauen auf Jehova, meinen Erlöser, der mich wertachtet, um seinetwillen zu leiden. Ich will nicht aufhören, ihn anzuflehen, daß er Deine Seele rette, und beschwöre Dich: Laß Dich versöhnen mit Gott durch Seinen Sohn! Mache Dich bereit, denn Deine Stunde ist vielleicht nahet Der Herr kommt wie ein Dieb in der Nacht. Thue Buße, Buße, Buße! Er wird uns alle richten nach unfern Werken. Ich bleibe Deine Dich liebende Tante Lydia Montefiore. Parallelen Mm Ueuen Wament. Erste Reihe. 1. Josephus, der jüdische Geschichtsschreiber, geb. im Jahre 37 n. Chr. zu Jerusalem, schreibt im 18. Buch seiner jüdischen Altertümer (Kap. 3 §3): „Zu jener Zeit (als Pilatus Prokurator von Judäa war) trat Jesus auf, ein weiser Mann, wenn man ihn nur einen Mann nennen darf, denn er vollbrachte wunderbare Werke, ein Lehrer der Menschen, welche die Wahrheit mit Freuden aufnahmen. Nicht nur viele Juden, sondern auch viele Griechen zog