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Dibre Emeth · 1886-01-01 · 9 (1886) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
42 (1886)
Issue
9 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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70 seinem Gott das liebste ist von allen Völkern der Erde. Wäre das nicht: die blinde, tolle Welt hätte es längst in ihrer Wut zertreten und vernichtet. Aber gepriesen sei der HErr, der Erlöser, der Heilige, der treue Gott Israels! Die gesamte Welt hat das Würmlein Jakob nicht zertreten können bis auf den heutigen Tag! Und wenn die Stunde kommt, daß sich dieses Volk demütigt und bußfertig abläßt von der Sünde seiner Väter, an der es bis auf diesen Tag mit furchtbarer Halsstarrigkeit festhängt, und das Blut des Gekreuzigten zur Versöhnung über sich herabfleht, — dann wird die Welt staunen ob der Wunder, die Gott thut, die Er an diesem Volke thut! Und die hohnsprechenden Philister werden dann sein wie Kot auf der Gasse und wie das verdorrte Heu auf den Dächern. Dann wird Er dies Volk sammeln aus allen Nationen und es zurückbringen nach Kanaan. O Israel, wer ist dir gleich? Wohl dem Volke, dem der HErr sein Gott ist! — Richtet nicht nach dem Ansehen, sondern richtet ein gerechtes Gericht!" Philo und das Christentum. Der Philosoph Philo in Alexandrien (30 v. Ehr. bis 50 n. Ehr.) war ein frommer Israelit, aber zugleich ein Verehrer der Weisen Griechenlands, die nach seiner Meinung das Alte Testament gekannt und benützt haben. Aus den jüdischen Offenbarungsurkunden und den Schriften von Plato, Zeno u. a. schöpfte er seine eigentümliche Lehre von Gottes Beziehungen zur Welt. Der über alles Endliche erhabene Gott wirkt nach ihm unaufhörlich auf die Welt und in derselben durch Mittelwesen, die er „Kräfte" nennt. Alle Kräfte fassen sich in einer, dem „Logos" (der Vernunft, dem Wort), zusammen. Der Logos heißt bei Philo der Stellvertreter und Gesandte Gottes, der oberste der Engel, der erstgeborene Sohn Gottes, der zweite Gott. Trotz dieser Bezeichnungen steht dem Philosophen die Persönlichkeit des Logos und der Kräfte keineswegs fest. Immerhin mag seine Lehre für manche denkende Geister seiner Zeit eine Brücke zu den Offenbarungswahrheiten gebildet haben, welche z. B. Joh. 1, 1 ff., Hebr. 1, 2 ff. und Kol. 1, 15 ff. niedergelegt sind. (Vgl. Zeller, Grundriß der Geschichte der griechischen Philosophie, 2. Ausl. (1886) S. 279—283.) Ein christlicher Hindu als Iudenmissionar. Am letzten Trinitatissonntage 1885 hat, wie das Baseler Missionsmagazin (1886 Nr. 3) berichtet, der bekehrte Brahmane Nilakantha Goreh — der in seiner Art auch ein christlicher Fakir,

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