Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 9 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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71 wenigstens ein strenger Asket ist — in Bombay einen Vortrag für die dortigen Bene Jisrael gehalten, deren sich etwa 60 eingestellt hatten. Er verweilte besonders bei der Thatsache, daß durch Jesum und das Christentum die alte Abrahamsweissagung in Erfüllung gegangen sei, daß in seinem Samen gesegnet werden sollten alle Geschlechter der Erde, bei Psalm 22 und Jesaia 53. Am 12. Juli hielt er einen zweiten Vortrag, in welchem er auf einige Einwendungen antwortete, die eine jüdische Zeitung gegen den ersten erhoben hatte. Die Zuhörerschaft war diesmal noch größer, und auch zwei Juden sprachen. Es wurde beschlossen, die Diskussion am nächsten Sonntage fortzusetzen. Es ist wohl noch nicht oft dagewesen, daß ein bekehrter Hindu so zum Judenmissionar geworden ist. Ein judenchristlicher Hischof von Weh. Im ersten Heft der neuen Geigerschen Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland (S. 98) lesen wir: „Ein poetischer Katalog der Metzer Bischöfe erzählt, daß der siebente Bischof, Simeon, jüdischer Abkunft gewesen sei. Nach einem andern Kataloge saß er 30 Jahre und starb etwa im Jahre 160; als Todestag wird der 16. F^hruar angegeben. Die Jahreszahl ist entschieden falsch, denn Simeons zweiter Vorgänger, Viktor I., ist auf dem Kölner Konzil von 346 nachweisbar, so daß unser Bischof erst der Mitte des 4. Jahrhunderts angehören kann. Es ist nichts weiter über ihn bekannt, jedoch wird seine jüdische Abstammung . . noch erwähnt in der Inschrift auf dem Schrein, in dem seine Reliquien im Kloster Senones in den Vogesen aufbewahrt wurden." Aus Palästina. Das Paschalik Jerusalem entspricht ziemlich genau dem ehemaligen Königreich Juda. Es wohnen hier V» oder "ho aller in Palästina ansässigen Juden. An der Spitze der Verwaltung steht seit 12 Jahren Reuf Pascha, ein treuer Diener des Sultans, ein unbestechlicher, strenggläubiger und doch zugleich weitherziger Muselmann. In seinem Bezirk sind Leben und Eigentum angeblich ebenso sicher, wie in Europa. Die vorhandenen Straßen werden gut in stand gehalten. Die Rechtspflege soll mindestens ebenso gut sein wie sonst in der Türkei. In Jerusalem entbehrt man von Mai bis Mitte Dezember den Regen vollständig. Die ungesundesten Monate sind August und September. Doch leiden Fremde an dem in dieser Zeit häufig auftretenden Fieber weniger als Einheimische. In den Winter-