Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 8 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554914-2554923--08513-2564550- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
feindungen, die nicht mit Haß und Verfolgung, sondern mit Liede zu überwinden sind. Zu -solchem Verkehr mit Juden hat unser Jahrhundert neue Anregungen gegeben. 1809 entstand die Londoner, 1822 die Berliner Judenmissionsgesellschaft; andere Vereine folgten nach. Neuerdings berechtigen die Vorgänge in Kischinew und Artus zu großen Hoffnungen. Heine spricht endlich noch den Wunsch aus, es möchte ihm gelungen sein, die Herzen der Zuhörer (und Leser) für das Werk der Mission an Israel zu erwärmen. „Lassen Sie es uns nicht vergessen, daß wir . auch an unserm Teil als Diener unseres Heilandes Mitarbeiten sollen an dem Kommen des Reiches Gottes und daß insbesondere alle Frucht der Missionsarbeit an dem Volke Israel nicht allein den gewonnenen Seelen selbst, sondern auch der ganzen Kirche des Herrn Jesu zu reichem Segen gereicht. Die Judenmission ist eine Aufforderung zur geistlichen Arbeit an uns selbst und unserer Umgebung; sie wirkt ein reicheres und lebendigeres Verständnis der heil. Schrift, sie befördert eine freundliche Gestaltung des Verhältnisses zwischen Juden und Christen, sie verbindet diejenigen inniger, welchen die Sache des Evangeliums am Herzen liegt, und sie führt unserer Kirche aus dem Volke Israel immer neue, von Liebe zum Herrn Jesu entzündete Glieder und Mitarbeiter zu. Lassen Sie uns auch, wo uns ein Proselyt aus Israel trifft, alle nationale Abneigung und alles Mißtrauen in die Aufrichtigkeit eines solchen überwinden, indem wir bedenken, daß solche Proselyten meist viel, sehr viel haben aufgeben und nun unter sehr schwierigen Verhältnissen leben müssen. Er, der treue und barmherzige Herr und Heiland, erwecke unsere Herzen zu aufrichtiger und inniger Liebe zu diesem Volke der Verheißungen Gottes und zu fleißiger Fürbitte für das Werk der Mission an demselben!" Was kann ich für die Inden thun? In der Burkschen Pastoraltheologie in Beispielen (II. 294 ff.) wird ein Brief abgedruckt, in . welchem ein württembergischer Geistlicher sein Verhalten zu den am Ort ansässigen Juden schildert. Mancher Freund Israels fragt sich: Auf welche Weise kann ich meine Teilnahme an dem Los der Nachkommen Abrahams bethätigen und für ihr Seelenheil sorgen? Jenes Schreiben giebt beachtenswerte Winke zur Beantwortung dieser Frage. Es lautet wie folgt: Sie wünschen zu wissen, was ich thue, um die hier befindlichen Israeliten, bei aller Schonung ihres Glaubens und ihrer