Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 5 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554914-2554920--08486-2564520- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
.37 Aber nichts desto-weniger sind dieselben übermütige Philister und dem großsprecherischen Goliath gleich, der in unserem Texte erkenntlich wird. Der Türke, welcher im Lande herrscht und Abrahams Samen nicht minder wie die wenigen Christen des Morgenlandes unter seiner Gewalt hat, ist ein Prahler, welcher in muselmännischem Fanatismus mit Schwert, Spieß und Schild seine Übermacht geltend macht; die mancherlei Christenverfolgungen, von denen Peter von Amiens zu erzählen, und durch die er die Glut der . Kreuzzüge zu entflammen wußte, und die geplante Ausrottung, der Christen , im Libanon, an welche die Gründung des syrischen Waisenhauses vor etlichen Jahrzehnten noch lebhaft erinnert, sind blutgetränkte Blätter in der Geschichte des heiligen Landes. Es darf nur irgendwo den Bekennern Muhammeds etwas aufstoßen, was ihren Groll aufstachelt oder ihnen eine Beklemmung der Furcht einjagen kann, was neue Siegeshoffnung anfacht oder langgenährte Rache entfesselt, sei es in Europa oder in Ober- Ägypten, sei es in Damaskus oder unter den Beduinenstämmen der Wüste: alsbald auch durchzuckt es die muselmännische Welt in Palästina, und es reckt sich der Riese Goliath selbst in Jerusalem, und unsere christlichen Brüder und Schwestern in der heiligen Stadt haben dann Tag und Nacht alle Ursache, sich an die Verheißung des Wortes Gottes zu halten: „Der Herr liebet die Thore Zions über alle Wohnungen Jakobs!" Wir entflammen nicht mehr, wie jener Mönch und jener Papst in den Zeiten der Kreuzzüge das thaten, zu einem Streite mit fleischlichen Waffen. Auch wir kommen freilich mit einem aus der Tiefe des Herzens geborenen „Gott will es!", auch wir werfen in dem Namen des Herrn Panier auf, aber wir heften nicht sowohl das Kreuz auf unser Pilgerkleid, sondern wir lassen es vielmehr in unsers Herzens Grunde funkeln und uns dadurch zu der Liebe antreiben, welche uns dringet^ Jerusalem und das heilige Land nicht zu vergessen und daran mitzuarbeiten, daß der Name des dreieinigen Gottes im Lande der Verheißung allgemeiner bekannt und angerufen werde. Unser Stab, mit dem wir in diesen heißen Streit hinausziehen, ist das Wort unsers Gottes, die fünf glatten Steine aus dem Bache, das sind die fünf Hauptstücke unseres Glaubens, die wir aus dem Lebensstrome der göttlichen Offenbarung entnommen haben, unsere Hirtentasche, das ist die Sammelbüchse unserer Missionsgaben,' in welcher die Scherflein und Beisteuern derjenigen liegen, denen Jerusalem am Herzen liegt und die helfen wollen, daß wieder an den heiligen Stätten die Engelsbotschast von dem geborenen Heilande laut werde. Wir sind wahrlich nur ein kleiner David, — nicht groß und stark