Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 4 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554914-2554919--08477-2564510- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
29 Not zu leiden haben. Artus wird dann seinen großen Zweck erfüllen, der namentlich darin besteht, daß es eine Stätte werden soll, wo jeder Jude in Palästina frei von aller Furcht das Evangeliums wird hören können. Die Erstlinge Artufs sind eine aus fünf Personen bestehende Familie und ein einzelner Mann, welche in die christliche Kirche ausgenommen worden sind. Das Wort der Wahrheit aber, welches ihre Herzen überwunden hat, hat sich auch an vielen anderen mächtig erwiesen, die, sobald sie eine regelmäßige Heimatstätte und einen Broterwerb haben, der Gemeinde Christi beitreten werden. Dem auszugsweise mitgeteilten Schreiben von Pastor Schlicht lassen wir noch die neuesten Nachrichten über Artus folgen: Am 24. Okt. 1885 leiteten die Missionare Kelk und Friedmann von Jerusalem die zweite Jahresfeier der Kolonie. 21 Festgäste genossen dabei das heilige Abendmahl. An der Spitze der ganzen Unternehmung steht jetzt ein Herr Gallatin. Manches hat sich in der letzten Zeit gebessert, z. B. ist man jetzt imstande, jeder Familie zwei Räume anzuweisen. Es steht zu hoffen, daß die Sache nunmehr fröhlich gedeihen werde. Die Zahl der gegenwärtigen Kolonisten beträgt nur ein Drittel der früheren. Dieselben leben in Eintracht miteinander. Kleine jüdische Ehronik.*) In Berlin hat sich neben der jüdischen eine (orthodoxe) israelitische Synagogengemeinde gebildet und die staatliche Anerkennung erlangt. Der hebräische Litteraturverein Mekize Nirdamim zählt 400 Mitglieder und hat mehrere Schriften veröffentlicht. Die Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate unterstützte ihrem letzten Bericht zufolge im Jahr durchschnittlich 67 Zöglinge. (Einnahmen 8538 Mk., Ausgaben 7781 Mk., Effekten 76000 Mk.) Der deutsch-israelitische Gemeindebund hat ein Vermögen von 67 000 Mk. Für die Lehrer des altgläubigen Rabbinerseminars von Or. Hildesheimer wurde eine Versicherungs- und Pensionskasse begründet. Unter den 24 Hörern befanden sich dreizehn Deutsche, acht Ungarn, drei Russen. (Einnahme 44 000, Ausgabe 35 000 Mk.) Im Monat Mai wurde zum erstenmale ein Jude zum Standesbeamten ernannt. — Den im Jahr 1884 zu Breslau gestifteten orthodoxen Vereinen, Machsike Thorah und Thalmud Thorah, ist am 1. Mai 1885 ein weiterer, Schomre Schabbath, gefolgt. Letzerer klagt darüber, daß *) Bgl. Jahrg. 1885, Rr. 5.