Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 4 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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aus Mangel an Mitteln jede wöchentliche Unterstützung entziehen mußte, da war es gewiß den noch übrigen 23 Familien nicht zu verdenken, daß sie sich ebenfalls entschlossen, Artus einstweilen zu räumen und sich in Jerusalem oder Jaffa nach Arbeit umzuschauen, bis etwa Artus wieder eröffnet werden wird. . . . Die christliche Leitung stand nicht nur auf dem Programm, sondern das Evangelium regierte wirklich auf der Kolonie in einer anderen, direkteren Weise als dies in einer gewöhnlichen christlichen Stadt der Fall ist . . . Aber die geistliche Versorgung der Kolonie war durchaus mangelhaft. Zwar gelang es, eine Privatschule zu eröffnen, so daß wenigstens für den Jugendunterricht gesorgt war, aber ein ganzes Jahr lang war die Kolonie im Gange, ohne daß ein Missionar dort wohnte. Einer der Missionare besuchte zwar Artus wöchentlich, aber ein solcher Besuch konnte unmöglich Gelegenheit geben, die große Arbeit zu verrichten, die in Artus hätte gethan werden sollen. Die Katechumenen mußten natürlich während des größeren Teils der Zeit vernachlässigt werden. Nach einem Jahr schlug ein tüchtiger Missionar in Artus sein Lager auf, aber seine Absicht war, nur ein paar Monate in Palästina zu bleiben, und obschon seine Arbeit viel Segen hatte, war sie doch nicht so nützlich, wie die eines definitiv in Artus angestellten Mannes gewesen wäre. Ein solcher kam erst am 1. April 1885 dort an. Aber obschon er mit großem Segen zu arbeiten anfing, ist auch seine Arbeit ohne definitiven Erfolg geblieben, weil schon nach 2 Monaten etwa die Mittellosigkeit die Kolonisten von Artus zu vertreiben anfing. Daß das Werk in Artus nur durch die genannten rein äußerlichen Umstände, Geldmangel und Wohnungsnot zu diesem vorläufigen Abschluß gekonunen ist, beweist jedenfalls, daß der Gedanke ausführbar ist und für die Mission wohl nutzbar gemacht werden kann. Und da es sich neuerdings herausgestellt hat, daß die Erlaubnis, steinerne Häuser zu . bauen, die der Gesellschaft verweigert wird, von den einzelnen Kolonisten mit größter Leichtigkeit erlangt werden kann (es ist sogar bereits einem früheren Bewohner Artufs kürzlich diese Erlaubnis ohne weiteres erteilt worden), so kann man sich allerdings der Hoffnung hingebeu, daß auch Artus selbst noch eine Zukunft hat, für welche die gemachten Erfahrungen verwertet iverden können J . . Jetzt, wo die „Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Flüchtlinge" nicht mehr gedrängt wird, tvie im Jahre 1883, handelt es sich nur darum, erst die nötigen Geldmittel anzusannneln und dann Artus nach den gemachten Erfahrungerl fortzuführen. Je schneller das geschehen kann, desto besser, da die Emigranten inzwischen große