Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 3 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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22 da riefen die Juden: „Missionar!" Es war ein beständiger Kampf mit ihnen. Doch waren einige auf meiner Seite und bemerkten, daß ich ein gut Teil Geduld hätte. Ich antwortete, daß es uns in unserer Religion geboten sei, nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort zu vergelten (1. Petr. 3, 9)." — Doch machen die Kolporteure auch ermutigende Erfahrungen: „Obgleich der Ober-Rabbiner hier war, verkaufte ich doch an einem Tage 145 jüdisch-polnische Teile des Neuen Testaments. Mein Absatz in dieser Woche betrug 269 Exemplare, darunter 5 ganze Neue Testamente. In dem Hause eines Juden wurde ich herzlich bewillkommnet. Er hatte schon lange gewünscht, das Neue Testanlent in seiner Sprache zu haben, es hatte sich ihm aber keine Gelegenheit geboten, es zu kaufen. Ich fragte ihn, weshalb er so sehr wünschte, dies Buch zu haben, und sagte: „Ich biete es vielen Juden an, aber sie beachten es wenig." Er antwortete: „O, sie verstehen es nicht; ich aber wünsche zu erforschen, ob der Messias wirklich gekommen ist." Ich zeigte ihm viele Stellen im Alten und Neuen Testament, wofür er sehr dankbar war." Im Jahre 1880 machte Herr Bruce, der Vertreter der Bibelgesellschaft in Persien, eine Reise nach der bedeutenden Stadt Hamadan, ivelche der Hauptwohnsitz der persischen Juden ist. Bruce berichtet: „Es giebt zur Zeit hier 40 Männer und 15 Frauen, welche sich zum Glauben an Jesum Christum bekennen. Nur 5 von ihnen sind getauft, von welchen 4 die protestantische Kirche besuchen und Abendmahlsgäste sind. Die übrigen fürchten sich, wegen der Ungerechtigkeit der Regierung, mit ihrem Glauben öffentlich hervorzutreten. Außer diesen 55 giebt es mehrere andere, welche im Geheimen glauben, aber durch ihre Verwandten verhindert werden, sich den Jüngern anzuschließen." Aus Böhmen berichtet ein Kolporteur: „In einem Speisehause verlangte ein junger Jude ein Neues Testament. Die Gäste und der Wirt riefen: „Sie sind ein Jude und bestellenein Neues Testament?" — „Ja", antwortete er, „ich weiß, was ich thue. Jesus Immanuel ist der Messias, und seine Schafe hören seine Stimme. Alles ist bereits in Ihm erfüllt, ausgenommen das Wort: „Es wird Eine Heerde und Ein Hirte sein." (Joh. 10, 16, Zachar. 14, 9.) Der Kolporteur ffügt hinzu: „Dieser Jude war ein Christ, und er sprach so tapfer, daß ich durch ihn 6 weitere Testamente verkaufte." Ein Kolporteur in Ungarn erzählt: „Ein Jude fragte mich: „Haben Sie das Buch, in welchem steht: „Das Heil kommt von den Juden?" Ja? Zeigen Sie mir die Stelle." Als er den Vers