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Dibre Emeth · 1886-01-01 · 3 (1886) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
42 (1886)
Issue
3 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Der Jude aber erwiderte: „Ich weiß nicht, was Du unter Farmasion-Büchern verstehst, doch das weiß ich, das dies unsere h. Schrift ist." — Spät abends brachte Arutinoff das Neue Testament noch einmal dem Uhrmacher und er kaufte es, als niemand zugegen war. In dem Bericht über die Thätigkeit eines Kolporteurs in Nieder-Österreich heißt es: „Burgs Erlebnisse in einigen jüdischen Häusern sind sehr überraschend. Er erzählt: Ich war im Begriff, in ein Haus zu treten, als ein Knabe mich abzumahnen trachtete, indem er sagte: „Die Leute hier sind Juden." — „Warum sollte mich das zurückhalten?" erwiderte ich. Die Hausmutter kaufte ein Neues Testament, und während ich ihr einige Worte über Gottes Verheißungen für sein altes Volk sagte, rief ihr Sohn aus: „Sieh mal, Mutter, dies Buch sagt, daß Jesus der Sohn Davids war." An demselben Ort hatte ein Jude kürzlich ein Neues Testament gekauft. Derselbe erzählte, einige Leute hätten ihm mehr als den doppelten Preis dafür geboten, er aber dächte gar nicht daran, es fortzugeben. Darauf hatte der Jude ein langes Gespräch mit dem Kolporteur über die Verheißungen, die Gott den Vätern gegeben." In einem Jahresbericht heißt es inbezug auf Süd-Rußland: „Die Juden umringten mich auf dem Marktplatz. Etliche kauften Teile des Neuen Testaments; die polnischen Juden aber bemühten sich mit aller Macht, zu beweisen, daß meine Bücher die Leute irreführen würden. Sie schlugen die, welche Lust hatten zu kaufen, und baten den jüdischen Markt-Polizeibeamten, meinen Verkauf zU verbieten. Er befahl mir, zu dem Beamten der Stadtbehörde zu gehen und mir dort den Erlaubnisschein züm Hausier-Handel zu lösen (der aber für Bücher nicht erforderlich ist); doch der russische Beamte sagte mir, als er hörte, wie die Sachen lagen, ich könnte verkaufen, wo ich wollte. Es ist unmöglich, die Wut der Juden über die Verbreitung des Neuen Testaments zu beschreiben. Sobald einer ein Exemplar gekauft hatte, so zerrten sie ihn, wenn sie konnten, vor mich und zwangen ihn, das Buch vor meinen Augen zu zerreißen. — Heute versammelten sich die Juden um mich auf dem Marktplatz und fingen an, Teile des Neuen Testaments zu kaufen. Als sie änfingen zu lesen, kam einer an die Stelle Marci 6, 15. 16, wo von der Taufe die Rede ist. Sofort entstand ein Aufruhr, während dessen sie sich unter einander vor dem Ankauf meiner Bücher warnten. (Die Juden haben nämlich einen abergläubischen Schrecken vor den Worten „Missionar" und „Taufe": jener ist nach ihrer Meinung das Werkzeug, diese die höchste Vollendung des Abfalls.) Wo ich auch am nächsten Tage erschien,

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