Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 12 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Augen, wie freute er sich, als sein Forschungstrieb hier mehr Nahrung fand als dort! Er überzeugte sich endlich völlig von der Wahrheit des Christentums, doch fehlte ihm leider noch der Mut, seinen Glauben öffentlich zu bekennen. Und so ist er ungetauft gestorben. Während seiner letzten Krankheit las er viel im Worte Gottes, betete ernstlich und fleißig im Namen Christi und erklärte seiner Familie den Heilsweg. — Die Mission in Persien mußte wegen der schweren Verfolgungen, welche über die Bekenner des christlichen Glaubens hereinbrachen, eingestellt werden. Hoffentlich ist diese Unterbrechung nur eine kurze. Missionar Lotka hat nie mit Juden zu thun gehabt, die so bereit waren, das Evangelium anzuhören und anzunehmen, wie die persischen. Er schaut dankbar auf die drei Jahre zurück, in denen er ihnen das Wort Gottes verkündigen durfte. — Die Bibelniederlage in Tunis wurde von Tausenden, Juden, Muhammedanern und Christen, besucht. Die Leute lauschten mit großer Anfmerksamkeit der Botschaft, die ihnen der Verkäufer, ein Proselyt, brachte. Viele Juden beteiligten sich an den von Missionar Reichardt abgehaltenen Gottesdiensten. — Der abyssinische Missionsgehilfe Michael Argawi wird auf seinen Reisen von den Falaschajuden fast überall freundlich ausgenommen. Sie lassen sich gern die Bibel vorlesen und das Evangelium von Jesu, dem Seligmacher, predigen. Sie hören ebenso die Stellen, welche sich auf seine Wiederkunft beziehen, als die andern, welche zeigen, daß er schon gekommen ist, um der Sünderheiland zu sein. Doch geht auch in Abyssinien nicht nur der erste, sondern zugleich der zweite Teil von 1. Kor. 16, 9 in Erfüllung. Es fehlt keineswegs an Anfechtungen für Neubekehrte. Mögen alle sie so tapfer überwinden wie der junge Mann, von dem der Jahresbericht erzählt! Als die Eltern von seinem Übertritt erfuhren, baten sie Gott, ihn binnen acht Tagen zu töten. , Er ging nun, begleitet von fünf Stadtültesten, zu ihnen, um sich womöglich mit ihnen auszusöhnen. Ein schwerer Stein lag auf seinem Nacken. Er bat die Eltern fußfällig um Verzeihung und versprach, in jeder Beziehung ein treuer Sohn zu sein, auch ihnen seinen halben Verdienst zu überlassen. Die Eltern erwiderten: „Wenn du zum Judentum zurückkehrst, sollst du wieder unser lieber Sohn sein. Weigerst du dich dessen, so bist du unser Feind". Da antwoortete er: „Dann muß ich mich lieber für euren Feind halten lassen als für einen Feind des Herrn Jesu Christi". Ein anderer Falascha pflegte sich in einen Wald zurückzuziehen, um dort in der Stille seine Bibel zu lesen. Sobald nämlich seine Frau oder seine Eltern das Buch in seinen Händen sahen, fluchten sie ihm, und die erstere drohte ihm mit Scheidung. Von schwerer Krankheit befallen, sehnte er sich nach der Taufe und