Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 12 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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erfüllt worden sei. — Der Frankfurter Missionar Hefter schenkte auf einer Missionsreise einem jüdischen Mädchen den Traktat „Maria". Später bat ihn ein Herr brieflich um weitere christliche Schriften für die Empfängerin, die von dem Gelesenen einen tiefen Eindruck empfangen hatte. Ebenso ging es einer Jüdin in W. Die derselben übergebenen Traktate riefen in ihr das sehnsüchtige Verlangen nach der heiligen Taufe wach. — Missionar Rosenstrauch, welcher in Köln stationiert ist, hörte von Juden oft die Überzeugung äußern, daß ihre Religion in einem unvermeidlichen Niedergange begriffen sei. Ein jüdischer Lehrer äußerte sich folgendermaßen: „Mit dem Judentum ist's vorbei! Alle Versuche, es wieder zu beleben, werden fehlschlagen. Es besitzt manche kalte Gebräuche, aber kein Leben." — Ein reicher spanischer Jude in Bukarest hatte sich oft mit der Frage nach der Ursache der gegenwärtigen Zerstreuung Israels beschäftigt. Eines Tages sagte er zu dem Missionar: „Die babylonische Gefangenschaft dauerte nur siebzig Jahre, und doch wurde sie durch die allergrößte Sünde, die Abgötterei, herbeigeführt. Zur Zeit des zweiten Tempels haben sich die Juden in dieser Hinsicht nicht schuldig gemacht, und doch erdulden sie diese viel längere Gefangenschaft. Dafür läßt sich kein Verbrechen als Grund angeben, es sei denn, daß es sich wirklich so verhält, wie Sie behaupten, — daß sie den Messias verworfen haben." Ein anderer nannte das Neue Testament ein sehr anziehendes Buch und erklärte, es sei ungerecht von den Juden, die christliche Religion eine götzendienerische zu nennen, wenn dies Buch ihre Quelle sei. — Ein Missionsarbeiter in Konstantinopel veranlaßte einen jüdischen Jüngling, die spanischen Gottesdienste zu besuchen. Derselbe gehört einer angesehenen Familie an, die ihm bei seinem Bemühen, die christlichen Lehren kennen zu lernen, allerlei Hindernisse in den Weg legte. Eine reiche Tante bot ihm, als sie hörte, daß er Christ werden wolle, eine große Geldsumme an und versprach ihn nach Paris zu senden, wo ihm verlockende Aussichten eröffnet wurden. Aber er achtete die Schmach Christi für größere Reichtümer als die Schätze dieser Welt. Auch bei den Bitten und den Vorwürfen seiner Mutter blieb er fest. — Missionar Eppstein besuchte von Smyrna aus Magnesia. Früher hatte er dort mehrfach traurige Erfahrungen gemacht. Diesmal war es ihm vergönnt, im Hause eines einflußreichen Israeliten vor mehr als 120 Personen eine Predigt zu halten. Der aus den einst zerrissenen Büchern aufgegangene Same des Evangeliums bringt jetzt die ersten Früchte. In Smyrna starb ein alter Schüler Eppsteins. Von den Antworten, welche ihm die Rabbiner auf seine Fragen gaben, hatte er sich nicht befriedigt gefühlt und daher seine Schritte zu dem christlichen Prediger gelenkt. Wie leuchteten seine