Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 12 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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dem heiligen, Abendmahl. Doch konnte sein Verlangen nicht mehr befriedigt werden. Er entschlief vorher in Frieden. Die Mission in Palästina. In den „Spendenverzeichnissen" des Dürkheimer Bezirksrabbiners Dr. Salvendi, einer Extrabeilage des „Israeliten", lesen wir: „Wie das in Jerusalem erscheinende Blatt „Hazzebhi" berichtet, greift das Übel der Mission in den Städten des heiligen Landes immer mehr um sich, und hat in den Gemeinden Zefath, Hebron und Jaffa schon ganz erschreckende Dimensionen angenommen. Die Folgen des von den Missionären ganz geräuschlos eingeflößten, aber um so sicherer wirkenden Giftes sind gar nicht abzusehen. Denn wenn schon in Jerusalem, dieser großen, mit so vielen jüdischen Einrichtungen ausgestatteten Gemeinde, die Missson so große Verheerungen anzurichten vermochte, um wie viel mehr in so armen Städten, wie Hebron und Jaffa, die s^utz- und wehrlos, so zu sagen mit gebundenen Händen, dem eindringenden Übel gegenüberstehen. „Es ist freilich wahr, daß der Mangel an jüdischen Ärzten und Apothekern der Sache der Mission großen Vorschub leistet, und diejenigen, die das Treiben der Missionäre nicht rat- und thatlos mit ansehen wollen, haben ihr Augenmerk besonders auf diesen Punkt zu richten. Allein es wäre falsch anzunehmen, daß mit der Installierung jüdischer Ärzte und der Einrichtung jüdischer Hospitäler und Apotheken das Übel mit der Wurzel ausgerottet wäre. Die Wege der Verführer sind so mannigfaltig, ihre Mittel so unerschöpflich, ihre Worte so süß und einschmeichelnd, ihre Blicke immerwährend dermaßen auf jeden Punkt gerichtet, von dem aus man die Seelenjagd mit Erfolg betreiben kann, daß nur das energischste Einschreiten von berufener Seite das Übel mildern kann. Und wer wäre mehr berufen, die Seelen dem Judentums zu erhalten, als die Rabbiner Palästinas, die mit Wort und Beispiel auf die schreckliche Gefahr Hinweisen müßten, die ihren Brüdern und Schwestern droht. Es ist noch nicht lange her, da galt ein Jude, der sich mit einem Missionar befaßte, ja nur mit ihm sprach, als ein Abgefallener oder Verdächtiger. Heute verkehrt man in der freundlichsten Weise mit ihnen, ja sogar die Gelehrten scheinen an ihrem Verkehr mitunter Gefallen zu finden. Was soll dann der Laie und Unwissende thun? Darum wiederholen wir: Nur höchst eindringliche Ermahnungen seitens der Rabbiner, nur das energischste Einschreiten derselben kann dem Übel steuern! „In Jerusalem giebt es jüdische Ärzte und Krankenhäuser, die Ärzte sind mindestens ebenso geschickt als die der Mission, die