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Dibre Emeth · 1885-01-01 · 11 (1885) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
41 (1885)
Issue
11 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Aber die Station wurde nicht festgehalten. Seine Gesundheit litt etwas unter der mühevollen Arbeit, und so wurde er vom Vorstand der Gesellschaft für einige Zeit nach England zurückberufen. Das bot die Gelegenheit zu seiner zweiten Ordination, die der Bischof von London am 23. Dezember 1849 vollzog. Im folgenden Frühling verheiratete sich Stern mit Charlotte Elisabet Purday und kehrte dann unverzüglich nach Bagdad zurück. Von hier aus drang der thätige und unternehmende Missionar in viele Gegenden vor, wo die Juden noch nie oder nur selten ausgesucht worden waren. Die Verbreitung der heiligen Schrift war sein wichtigster Zweck, und die bemerkenswerte Entwickelung christlichen Lebens unter den Juden von Hamadan in den folgenden Jahren kann als die glücklichste Wirkung dieser Missionsreisen angesehen werden. Einige Zeit darauf wurde Stern nach Konstantinopel versetzt. Seine Kenntnisse und Erfahrungen befähigten ihn außerordentlich für den Verkehr mit. der bedeutenden jüdischen Bevölkerung dieser großen Stadt. Viele Juden von Konstantinopel standen auch mit den Gegenden in Verbindung, in denen der Missionar bis jetzt gewirkt hatte. Von diesem wichtigen Mittelpunkt aus waren Missionsreisen in die Städte der europäischen Türkei, wie nach Kleinasien leicht zu bewerkstelligen. Ebenso konnten ihn hier Nachrichten von den Juden in anderen, weniger besuchten Ländern leicht erreichen. Einige dieser Nachrichten bezogen sich auf Arabien, wo große jüdische Gemeinden unter dem Joch ihrer muhammedanischen Herrscher seufzten. Mit der Einwilligung des Komitees beschloß Stern, wo möglich in diese Gegenden einzudringen und hier das Evangelium zu verkündigen. Er hörte in Konstantinopel und bei seiner Ankunft in Hodeida am Roten Meer genug, um zu erkennen, daß das Unternehmen voll Gefahr und die Erhaltung seines Lebens mehr als zweifelhaft sein würde. Aber nichts störte ihn, und er hielt sein Leben nicht für zu teuer, wenn er seinen leidenden Brüdern die Botschaft des Evangeliums bringen durfte. Die Geschichte dieser Reise ist voll ergreifender Züge. Ein arabischer Maultiertreiber war sein einziger Begleiter. Entweder barfuß oder mit Sandalen versehen, erklomm er die Berge, Juden und Muhammedanern erklärend, er habe nur das eine Geschäft: die Botschaft von der Gnade Gottes zu verkünden. Der Verkauf der heiligen Schrift an die Juden, die Aufmerksamkeit, mit welcher sie dem Missionar zuhörten, die Worte des Dankes, die von ihren Lippen strömten, waren dem Diener Gottes für alle seine Mühseligkeiten und Entbehrungen überreiche Belohnung. Aber sein Leben war in fortwährender Gefahr, und nur durch die fast wunderbare Hilfe der göttlichen Vorsehung wurde er aus den Händen von Räubern errettet, die ihn in den Bergen ergriffen und mit dem Tode

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