Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 11 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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solche Worte der Weisheit gesprochen! Ich sehnte mich darnach, sein Schüler zu werden, aber ich fürchtete den Schmerz, den diese Nachricht meinen Eltern bereiten würde." Und nun kam der große Kampf, den so viele Söhne Abrahams kennen gelernt haben, die aus dem Tode zum Leben gedrungen sind. Der junge Stern stand oft am Rande der Verzweiflung. Seine knappen Mittel schwanden; sogar Uhr und Bücher mußte er verpfänden, um sein Leben zu fristen. In der Erkenntnis, daß seine Überzeugung und sein Glaube einen Wechsel erfahren hatten, wagte er nicht, an seine Eltern um Unterstützung zu schreiben. In wachsendem Vertrauen teilte er seine Not dem Prediger Reichardt mit, und dieser riet ihm, in die Anstalt für jüdische Täuflinge einzutreten, wo er ein Handwerk zu seinem Broterwerb lernen könne. Wie anders hatte er sich den Erfolg seines Londoner Aufenthalts gedacht! Aberjeder Tag befestigte seinen Entschluß, sich an das Volk Christi anzuschließen. So wurde er denn ein Glied der Anstalt, und obgleich manches sein Gemüt noch beunruhigte, vertiefte sich seine Überzeugung von der Wahrheit des Evangeliums, und sein geistlicher Hunger und Durst wuchs. Stern wurde ein rechter Nathanael, ein Israelit, in dem kein Falsch ist. Am 15. März 1840 empfing er die heilige Taufe in derselben Kapelle, in welcher er zum ersten Mal das heilige Wort gehört hatte. Es war der feierlichste Augenblick seines Lebens, als er sich dem Dienst des Herrn weihte, an den er, als an den Messias Israels, glaubte. Die Aufrichtigkeit des jungen Stern erkannte man auch aus der Gewissenhaftigkeit, mit welcher er sich in der Anstalt seinem Handwerk hingab. Wegen seiner Befähigung für einen höheren Beruf empfahl ihn Pred. Reichardt nach 2 Jahren zum Eintritt in das hebräische „College", wo er sich auf den Missionsdienst vorbereiten konnte. Der junge Proselyt besaß viele Eigenschaften, die Erfolg versprachen. Hierzu gehörten seine Kenntnis des Hebräischen, Deutschen, Französischen und Englischen. Auch etwas Latein, und Griechisch verstand er. Damals stand das „College" in seiner höchsten Blüte, vr. M'Caul mit seinen ungewöhnlichen Gaben und Fähigkeiten war der Rektor; zu den Mitarbeitern gehörten bedeutende Kräfte wie Reichardt und Cartwright. Die Frucht dieser Arbeit zeigte sich in den vielen würdigen Männern, welche damals auf das Missionsfeld ausgesandt wurden. 1844 errichtete die Gesellschaft eine Mission in Bagdad unter der Leitung des Predigers Murray Vicars. Zwei Studenten des College, Stern und Sternschuß, wurden zu seiner Begleitung bestimmt. Sie erhielten in Jerusalem durch den Bischof Alexander die Weihe zum Diakonat. Stern kam dann zunächst nach Jspahan.