Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 11 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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daß sie Ihn nicht ausgenommen haben, wie Er kam in Sein Eigentum, daß sie Ihn nicht erkannt haben, der sie geliebt, der um Jerusalem geweint hat, der für sie gestorben, auferstanden und gen Himmel gefahren ist." Für den christgläubigen Israeliten hat nun der Vers, den er einst gelesen, Bedeutung: „Der Tod ist mir nicht fürchterlich, Denn, Jesus Christ, ich glaub' an Dich! Wer glaubt, schläft mit der Hoffnung ein: Noch heut' werd' ich bei Christo sein." Als das Frührot in die stille Stube scheint, darf Gottfried Nathanael, das ist Josefs neuer Name, schauen, was er geglaubt hat. Auch Naemi wird durch die christliche Liebe für Christi Reich gewonnen, wie sie derselben die leibliche Genesung verdankt. Eine heilsame Arznei sind der Kranken die Verse und Sprüche, welche die christliche Pflegerin ihr zürnst. Wie horcht sie auf, als Marianne leise sagt: „UKd ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thut Israel rechter Art, Das aus dem Geist erzeuget ward Und seines Gottes harret!" Dann fährt die Freundin fort: „Der Herr hat verheißen: Er will das schwache Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Er spricht: Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob! Ich habe dich mit Namen gerufen, du bist Mein." Bald ist die Gefahr gehoben. In Dank und Liebe fließt das Herz der Jüdin über. - Und endlich erfüllt sich der Wunsch, den sie beim Abschied von Marianne mit den Worten aussprach: „Dein Gott sei mein Gott, Dein Volk sei mein Volk. Der Herr thue mir dies und das: nur der Tod soll uns scheiden." In der alten „Kräuterkirche" zu Breslau empfängt sie mit der Taufe die Versiegelung ihres Glaubens. Missionar H. H. Stern. (Schluß.) Stern entschloß sich dazu, das Neue Testament zu lesen, in der Überzeugung, daß eg; wenn es ihm nicht gut thäte, ihm doch keinesfalls schaden könnte. Er selbst sagt: „Zu meiner Verwunderung erschienen mir die Lehren, die es einflößt, die sittlichen Vorschriften, die es einschärft, die Charaktere, die es darstellt, wundervoll und außerordentlich. Solche vollkommene Personen wie die darin beschriebenen Zöllner und Fischer hatte es auf der Erde nie gegeben. Woher nahmen sie ihre Vorbilder? Woher kam ihre Begeisterung? Das Buch, welches ich mit Gleichgiltigkeit in die Hand genommen hatte, las ich nun mit tiefer Aufmerksamkeit. Wenn es einen Erlöser giebt, rief ich innerlich aus, so muß es Jesus sein! Nie hat jemand solche Liebe bezeugt; solche übernatürliche Kraft bewiesen;