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Dibre Emeth · 1885-01-01 · 8 (1885) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
41 (1885)
Issue
8 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Scheffel gestellt. Der HErr bekannte sich zn seinem Zeugnis und führte durch dasselbe die Bekehrung mehrerer Kameraden des Offiziers herbei. Witte, dem wir diese Mitteilungen verdanken (S. 222 ff.), giebt auch einen Auszug aus der Predigt, welche Tholuck im Jahre 1865 anläßlich des Jahresfestes der Berliner Judenmissionsgesellschaft gehalten hat (S. 218 f.). Dem Prophetenworte Hosea 3, 1—5 wurde das Thema entnommen: „Die Wahrheit Gottes in der Erfüllung seiner Drohung über Israel — unser Unterpfand, daß er auch seine Verheißungen an ihm erfüllen werde." Der Redner kommt in dieser Predigt auf die Frage zu sprechen, ob man in der Judenmission nicht den Wegen Gottes vorgreise. Er beantwortet sie unter Hinweis auf Rom. 11, 1—5. „Sehet, diese 7000 Nathanaelsseelen unter Israel, in alle Welt zerstreut, die sind es, die wir suchen, die sind das Israel, welches nach dem Geiste geboren ist. Und daß unter diesen 7000 unser Werk vergeblich sei, das soll keiner sagen. Darf wenigstens in der Kirche Preußens einer das sagen, die wir in zwei Epochen unserer Geschichte gerade 2 Größen aus dem Hause Israels, einen Neander und einen Stahl, an die Spitze von Staat und Kirche haben treten sehen? Aber nachdem ich jetzt nach 40 Jahren wieder in diese Stadt geführt worden, wo ich einst unter Herzensteilnahme König Friedrich Wilhelms III. den Grundstein dieser Gesellschaft habe legen sehen, darf ich von dem nicht schweigen, was auch ich von der Macht Gottes über Israels Herzen erlebt habe. . . Es werden gegen 50 Israeliten sein, die ich als Sekretär dieser Gesellschaft im Laufe von nicht ganz 10 Jahren kennen gelernt, die seitdem in den verschiedensten Stellungen durch einen christlichen Wandel ihren Glauben geziert haben: Prediger, Juristen, Schullehrer, Handwerker, Ärzte, ja darunter auch ein Beispiel aus dem Militärstande. Und die christliche Arbeit unter Israel sollte vergeblich sein? Vergeblich ist diese Arbeit nicht, aber an der Arbeit fehlt es, und . . der Arbeit fehlt es oft an der Liebe oder der Liebe an der Weisheit! Denn das dürfen wir uns ja nicht verhehlen: Bücherverteilen, Predigen über der Gemeinde von der Kanzel herab — das thut's noch nicht! Auf das Seelensuchen kommt es an. Bücherausteilen, Predigten halten — das kann auch geschehen ohne Schweiß und Thränen. Die einzelnen Seelen suchen, wie Jesus, der gute Hirte, auf den Bergen und in den Abgründen seine Schäflein sucht, das geschieht nicht ohne Schweiß und Thränen. . Und dann nicht so viel Disputieren mit den Köpfen, sondern Zeugnis ablegen an die Herzen und Gewissen! Ihr Prediger in Israel! Die kopfgläubigen Juden erst zu frommen Juden machen, ehe ihr sie zu frommen Christen machen könnt!"

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