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Dibre Emeth · 1885-01-01 · 8 (1885) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
41 (1885)
Issue
8 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Die 77. Jahresfeier der Londoner Judenmissionsgesellschaft fand am 7. und 8. Mai d. I. statt. Die Festpredigt wurde am ersten Festtag abends in der St. Georgskirche (Bloomsbury) gehalten. Der Redner, Archidiakonus Perowne, sprach über Jesaia 6, 13. Am zweiten Tage versammelte man sich, wie alljährlich, in Exeter-Hall. Nach dem gemeinsamen Frühstück hielt Prediger Reynolds eine Ansprache vor dem daran teilnehmenden Kreise von Missionsfreunden. Bei der darauf folgenden größeren Versammlung übernahm Sir John Kennaway, einer der Vicepräsidenten, statt des erkranten Earl von Shaftesbury den Vorsitz. Di. Adams verlas einen Abschnitt aus Jeremia 3, Prediger Smith sprach das Eingangsgebet, Sekretär Fleming verlas einen Auszug aus dem Jahresbericht. Außerdem traten nach einander als Redner auf: der Vorsitzende, Prediger Murray, Herr Robert Cust, die Prediger Fleming, Mason und Edersheim, Bischof Hellmuth und Hr. Harwood. — Wenige Tage nach dem Jahresfest, am 13. Mai, verlor die Gesellschaft einen Missionar, der ihr länger als vierzig Jahre gedient hat: Heinrich Aaron Stern. Bekannt ist seine Gefangenschaft unter König Theodor von Abessynien. _ Ein Drief aus Galizien. Der folgende merkwürdige Brief ist der Britischen und Ausländischen Bibel-Gesellschaft aus Galizien zugegangen. Die Adresse lautete: „An die heilige Bibel-Gesellschaft in London." In Verbindung gebracht mit der Bewegung in Bessarabien, ist ein solcher Brief besonders bezeichnend für den Geist des Forschens und Fragens, welcher unter den Juden erwacht ist. „Siehe, ich habe aus dem Munde eines wahrhaftigen und wohlunterrichteten Mannes gehört, daß die ehrwürdige Gesellschaft im Besitz von Urkunden ist, welche aus den Zeiten des heiligen Messias herrühren und viele Beweise dafür enthalten, daß Er von dem allmächtigen Gott zu unserm Heil gesandt ist. Seit ich das gehört habe, hat mich Schrecken ergriffen. Ich befürchte, daß wir Sünde auf uns laden, indem wir Ihn verleugnen, und daß wir dafür in der zukünftigen Welt leiden müssen. Ich habe daher beschlossen, diese Urkunden zu untersuchen, so lange ein lebendiger Odem in mir ist. Ich bin Agent einer Versicherungs-Gesellschaft, aber mein Hauptgeschäft ist, jüdische Kinder zu unterrichten. Vielleicht werden meine Schüler mir eines Tages danken, wenn ich dies neue Licht vor ihren Geist stelle. Kann die ganze Welt im Irrtum sein? Es muß irgend eine Wahrheit in dieftr Sache

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