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Dibre Emeth · 1885-01-01 · 8 (1885) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
41 (1885)
Issue
8 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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den Sekretär der Berliner zu ihrem Vertreter in Berlin. In dieser Eigenschaft hatte Tholuck Traktate zu übersetzen, für die Judenmission dienliche Arbeiten zu schreiben u. s. w. Eine solche Arbeit war das 1824 herausgegebene Büchlein: „Wichtige Stellen des Rabbinischen Buches Sohar. Text mit Übersetzung und Anmerkungen". Es sind Aussprüche, die sich mit den Lehren des Christentums vielfach berühren. (Vgl. Witte S. 357 f.) Als Tholuck im Frühjahre 1825- England besuchte, konnte er am Jahresfest der Londoner Judenmissionsgesellschaft teilnehmen und bei demselben von den preußischen Bemühungen um das Volk Israel berichten. (S. 394 f.) Ehe diese Vereinsthätigkeit begann, war Tholuck mit einem jungen Israeliten bekannt geworden und hatte denselben zur Erkenntnis der in Christo geoffenbarten Wahrheit gebracht. Hermann Sontheim, so hieß sein Schüler, der „Erstling seiner Lebensernte", stammte wie er selbst aus Breslau. Nachdem er am Rhein und in Westfalen beim Militär gedient hatte, kam er im Frühjahr 1819 nach Berlin. Am 2. Mai des folgenden Jahres wurde der nur wenig ältere Student der Theologie das Werkzeug zur Erweckung des jüdischen Jngenieuroffiziers. Bald darauf mußte der letztere nach Thorn übersiedeln. In einem von hier aus an Tholuck gerichteten Schreiben vom 19. Oktober heißt es: „Mit angenehmer Erinnerung freue ich mich auf das bevorstehende Christfest. Es ist das erste, welches ich als Christ erlebe. ... O Bruder, was habe ich in . diesem Jahre erlebt! Rufe Dir meinen früheren Zustand in die Erinnerung, und Du wirst gewiß ganz die unaussprechlichen Gefühle mit mir teilen können, die mich bei dieser Betrachtung beseelen. Erinnerst Du Dich noch, als ich Dich zum erstenmal sah . . und . . zu Dir äußerte, daß doch alles nichtig wäre, wie Du mit trauriger Rührung über meinen verirrten Zustand ausriefest: „Ach, es giebt wohl einen Anker, an den man sich halten kann!" Sieh', das war in meiner Finsternis . . ein gewichtiges Wort. . Seit dem Augenblick lagst Du mir mit Deinem Ausruf in dem Sinn ... Du warst der rettende Engel, der die Fackel des himmlischen Lichtes in meine Finsternis trug, der mit unsäglicher Sorgfalt und treuer Liebe den schwachen Funken zur Flamme anfachte. . .!" Im August 1821 schreibt Sontheim: „Die Erinnerung aus jenen merkwürdigsten Stunden meines Lebens, wo der HErr mit solcher allmächtigen Gewalt die satanische Binde von den Augen riß, ist ein halbes Himmelreich." Wie der Schüler nicht müde wird, die seelsorgerliche Treue seines Lehrers zu rühmen, so durfte dieser jenen als den „köstlichsten aller Jünger Christi" bezeichnen. Sontheim hat in Thorn sein Licht nicht unter den

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